Nationalelf

Kurz vor Start der WM: Jerome Boateng zeigt sich verwundert über die Aussagen von Karl-Heinz Rummenigge

"Warum die Aussagen getätigt wurden, weiß ich nicht"

Boatengs Verwunderung über Rummenigge

Verwundert über die Aussagen seines Klubchefs: Jerome Boateng.

Verwundert über die Aussagen seines Klubchefs: Jerome Boateng. picture alliance

Aus Moskau berichten Matthias Dersch, Oliver Hartmann und Sebastian Wolff

Seine Verblüffung über Rummenigge hielt der Innenverteidiger keineswegs zurück, auch ohne konkret darauf einzugehen. "Wir sind jetzt bei der Nationalelf und es steht eine WM an, das ist das Thema für mich. Warum diese Aussagen getätigt wurden, weiß ich nicht, aber sie sind jetzt nicht mein Thema und dazu habe ich jetzt einmal was gesagt."

Es ist nicht das erste Mal, dass Rummenigge bei Boateng für Unverständnis sorgt. Im November 2016 hatte er den Profi nach einem 2:3 in Rostow harsch kritisiert , nachdem er an zwei Gegentoren beteiligt war. "Ich glaube, es fällt auf, dass Jerome wieder ein bisschen zur Ruhe kommen muss. Seit dem letzten Sommer ist mir das ein bisschen zu viel. Es wäre im Sinne von ihm und auch vom ganzen Klub, wenn er wieder ein bisschen 'back to earth' runterkommt." Sätze am Sky-Mikro, die seinerzeit einen Nachhall hatten, vor allem beim gebürtigen Berliner selbst .

Wir sind bekannt dafür, dass wir gut in Turniere reinkommen und wollen das wiederholen. Denn das gibt Selbstvertrauen für den weiteren Verlauf.

Jerome Boateng

Donnerstag beließ er es bei seinem Statement - und lenkt den Fokus komplett auf die anstehenden Wochen. Löws Lob hat er wesentlich lieber vernommen als die Sätze seines Bayern-Bosses und unterstreicht diese: "Ich fühle mich gut. Natürlich kommt der Rhythmus über die Spiele, aber es wird von Tag zu Tag besser, ich bin positiv." Genau dieses Gefühl, will er gegen Mexiko auf den Platz transportieren und hebt die Bedeutung dieser Auftaktpartie hervor. Im 4:0 gegen Portugal zum Start 2014 sieht Boateng auch heute noch einen Schlüssel für den späteren WM-Triumph. "Wir sind bekannt dafür, dass wir gut in Turniere reinkommen und wollen das wiederholen. Denn das gibt Selbstvertrauen für den weiteren Verlauf."

Steigerung ist nötig - Nicht die schlechtesten Erinnerungen an Moskau

Dass für einen erfolgreichen Turnierstart eine Steigerung nötig ist, verhehlt Boateng nicht. "Wir haben zuletzt nicht so geglänzt." Dafür gibt es seiner Ansicht nach Gründe, die keineswegs nur in der nicht sattelfest wirkenden Abwehr zu finden sind. "Wir müssen als Mannschaft besser verteidigen, da sind alle gefragt. Wir müssen eine gute Balance finden. Das hat in den letzten Spielen nicht so gut geklappt wie es schon einmal war."

Dass er seinen Teil dazu beitragen kann, davon ist Boateng überzeugt, das Vertrauen in seinen Körper ist da. Dass der Spielort Moskau für ihn ein besonderer ist, hakt er dabei als Randaspekt ab. Am 10. Oktober 2009 hatte er hier in der WM-Qualifikation für Deutschland debütiert, nach 69 Minuten Gelb-Rot gesehen und damit Geschichte geschrieben: Boateng war der erste Spieler in der DFB-Historie, der bei seinem ersten Länderspiel vom Platz geflogen war. Er sagt mit einem Augenzwinkern: "Wir haben dennoch 1:0 gewonnen und uns durch diesen Sieg für die WM qualifiziert. Die schlechtesten Erinnerungen an Moskau habe ich daher nicht."

FIFA WM 2018

Wechselspekulationen um Boateng: "Jetzt nicht mein Thema"

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