Bundesliga

Hertha BSC: Boatengs Trauer und Dardais Blick in die Zukunft

Hertha: Analyse des Scheiterns beginnt

Boatengs Trauer und Dardais Blick in die Zukunft

Tränen in den Augen: Kevin-Prince Boatang nach dem Abstieg von Hertha BSC.

Tränen in den Augen: Kevin-Prince Boatang nach dem Abstieg von Hertha BSC. IMAGO/Matthias Koch

"Wir sind nicht heute abgestiegen, heute haben wir eigentlich ein gutes Spiel gemacht", meinte Pal Dardai nach der Partie, die zehn Jahre nach dem letzten Berliner Aufstieg in die Bundesliga den erneuten Abstieg bedeutete. "Wir hätten das Spiel zumachen müssen, hatten fünf, sechs gute Chancen. Wir müssen uns aber um unsere Leistung nicht schämen. Die Fans haben das auch gesehen", fuhr der Hertha-Coach fort.  

Überhaupt wirkte Dardai trotz des endgültig verpassten Klassenerhalts sehr gefasst - und schob dafür auch gleich eine Begründung nach: "Fußball ist ein schönes Geschäft. Das, was war, muss man abhaken und nach vorne schauen. Wir haben viele junge Spieler aus der Akademie, einige andere Spieler würden auch gerne bleiben", blickte der 47-Jährige schon einmal auf die kommende Saison voraus. 

"Werde weiter bei Hertha BSC arbeiten"

Über seine eigene Rolle wollte Dardai dagegen weniger sprechen. "Wir haben erst einmal gesagt, dass ich das bis zum Sommer mache und dann wieder in die Akademie gehe - egal was passiert. Wir müssen auch eine Analyse machen und ich werde auch meine Stimme einbringen, wie ich die Dinge sehe. Ich kann nur sagen, dass ich im nächsten Jahr und auch weit darüber hinaus bei Hertha arbeiten werde. In welcher Position kann ich aber noch nicht sagen", schloss er ein weiteres Engagement als Cheftrainer der Profis aber auch keineswegs aus.  

Ich kann verstehen, dass sie traurig sind, denn ich bin selbst Hertha-Fan und bin gebrochen.

Kevin-Prince Boateng über die Berliner Anhänger

Schon ein deutliches Stück emotionaler wirkte Kevin-Prince Boateng nach seinem wohl letzten Heimspiel für die Hertha. Der gebürtige Berliner will nach der Saison aufhören. "Ich kann es noch nicht realisieren, es ist einfach nur traurig", meinte der 36-Jährige mit Tränen in den Augen. "Ich liebe den Verein und bin hierher gekommen und wusste, dass nicht alles rosig ist. Jetzt haben wir Zeit nachzudenken, um den Verein groß und stark zu machen, auch wenn es in der 2. Liga ist", schob Boateng nach. 

Boateng lobt und mahnt

Obendrein richtete Boateng auch ein Wort an die Hertha-Fans, die ihn nach seiner Auswechslung nach rund einer Stunde herzlich feierten. "Sie waren in diesem Jahr wieder unglaublich, trotz allem, was wir an schlechten Performances, die unter aller Sau waren, teilweise gezeigt haben. Ich kann verstehen, dass sie traurig sind, denn ich bin selbst Hertha-Fan und bin gebrochen", so Boateng.   

Die Fangemeinde sieht Boateng auch als ein Faustpfand für die Zukunft an: "Wir haben heute gesehen, was hier los war bei so einem Spiel", spielte Boatang auf die gut 70.000 Zuschauer bei der Partie an. Für die Zukunft müsse nun aber gerade auch neben dem Platz einiges aufgearbeitet werden: "Man muss die Fragezeichen beantworten, von uns bis nach ganz oben. Und dann muss das Ziel sein, in zwei Jahren wieder erste Liga zu spielen."   

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jom

Bilder zur Partie Hertha BSC gegen VfL Bochum