Bundesliga

Boateng fühlt sich "zehnmal besser als letztes Jahr um die gleiche Zeit"

Herthas Mittelfeldspieler freut sich auf seinen Ex-Klub

Boateng fühlt sich "zehnmal besser als letztes Jahr um die gleiche Zeit"

Kevin-Prince Boateng freut sich auf das Wiedersehen mit seinem Ex-Klub Eintracht Frankfurt.

Kevin-Prince Boateng freut sich auf das Wiedersehen mit seinem Ex-Klub Eintracht Frankfurt. IMAGO/Matthias Koch

Leicht humpelnd begab sich Kevin-Prince Boateng am späten Dienstagnachmittag vom Kabinentrakt zum Medienraum auf dem Trainingsgelände von Hertha BSC, um sich den Reportern zu stellen. Ein Schlag in die Wade als Folge der nachmittäglichen Einheit behinderte den routinierten Mittelfeldakteur. "Es tut ein bisschen weh, aber das kennen wir. Das ist normaler Alltag", sagte Boateng. Er hoffe, dass er am Mittwoch wieder auf dem Platz stehen könne.

Denn am Wochenende will der 35-Jährige fit sein, schließlich steht für ihn ein nicht alltäglicher Nachmittag an. Wenn Hertha am Samstag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) Eintracht Frankfurt im Olympiastadion zu Gast hat, ist das für Boateng "auf jeden Fall" ein besonderes Spiel. In der Saison 2017/18 war der Mittelfeldspieler für die Eintracht am Ball und im Finale in seiner Heimatstadt maßgeblich daran beteiligt, dass die Hessen den FC Bayern 3:1 besiegten und DFB-Pokalsieger wurden. "Es ist immer sehr emotional, gegen meine alte Mannschaft zu spielen", sagte Boateng, "auch wenn es nur ein Jahr war. Es wird schön, es wird speziell, es werden zwei Mannschaften aufeinandertreffen, die auf Augenhöhe sind."

Trotz der beiden Niederlagen im Pokal in Braunschweig und im Derby bei Union Berlin blickt Boateng dem Kräftemessen mit dem Europa-League-Sieger zuversichtlich entgegen. Das verlorene Derby, so der Routinier, "haben wir schnell abgearbeitet. Wir haben analysiert, was nicht gut war. Wir müssen nach vorne schauen", betonte er. Boateng geht fest davon aus, dass nichts hängen geblieben ist. "Es muss auch so sein", sagte er, "ich habe ein gutes Gefühl, die Gruppe hat es gut verkraftet."

Dass die Eintracht am Mittwoch im europäischen Supercup-Finale in Helsinki gegen Real Madrid spielt, wissen Boateng und seine Teamkollegen. Dass die Frankfurter eventuell von der Partie körperlich beeinflusst sein könnten, "darauf dürfen wir uns nicht verlassen", so der 1,87 Meter große Profi, "die werden Samstag mit voller Power ankommen."

Boateng: "Wir haben zum Glück keinen Stinkstiefel in der Mannschaft"

Hertha wiederum hat unter der Woche kein Spiel, aber dafür einen sehr großen Kader, der noch unfertig ist und in dem einige Akteure stehen, die den Klub eventuell noch verlassen. "Wir haben zum Glück keinen Stinkstiefel in der Mannschaft, wir haben seine sehr gute Truppe", sagte er, stellte aber gleichzeitig klar, dass er es kaum abwarten könne, "bis der Kader steht und wir uns zusammenschweißen können."

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Einen neuen Kollegen konnte Boateng am Dienstag schon begrüßen: Jean-Paul Boetius, den neuen Mittelfeldakteur aus Mainz. "Wir haben gegeneinander gespielt", sagte Boateng mit Blick auf die Duelle zwischen Frankfurt und Mainz in der Saison 2017/18 (1:1, 3:0), "er war ein sehr ekliger Gegenspieler, der gut mit dem Ball umgehen kann." Boetius sei ein "Box-to-Box-Spieler, der eine gute Ausstrahlung hat. Er kann uns nur weiterhelfen."

Dass der Niederländer auch ihm selbst den Platz im Hertha-Mittelfeld streitig machen könnte, verhehlt Boateng nicht. Doch er möge Konkurrenzkampf, so der Routinier, der sich dem Ringen um die Plätze selbstbewusst stellt. Boateng ist zufrieden mit seiner aktuellen Verfassung, "ich fühle mich gut. Ich bin fit", sagte er. Dass er nicht immer 90 Minuten spiele, wisse er, "es entscheidet der Trainer, wann und wie ich spiele." Auf jeden Fall fühle er sich "zehnmal besser, als ich mich letztes Jahr um die gleiche Zeit gefühlt habe." Gegen Frankfurt soll man das nach Möglichkeit auch wieder sehen. In einem speziellen Spiel für Boateng.

Andreas Hunzinger

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