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BMW beendet Team-Sponsoring

Keine eSport-Finanzierung mehr

BMW beendet Team-Sponsoring

LoL-Spieler 'Rekkles' spielte einige Zeit für G2. Auf seinem Trikot war das Logo noch zu sehen.

LoL-Spieler 'Rekkles' spielte einige Zeit für G2. Auf seinem Trikot war das Logo noch zu sehen. G2 Esports/kicker

BMW zieht sich aus dem Sponsoring für eSport-Teams zurück. Zuletzt hatte es Gerüchte in der Szene gegeben, dass das deutsche Automobilunternehmen seine Teampartnerschaften beendet haben könnte.

Als möglicher Beleg wurden dafür die Trikots der Partnervereine herangezogen, deren neue Kollektionen nicht mehr das BMW-Logo zeigten. So weit war das noch kein ungewöhnlicher Vorgang, Sponsorings können sich verändern und auch manche Teamverträge sehen ein Logo gar nicht auf dem Trikot vor.

kicker eSport ist den Gerüchten nachgegangen und hat bei BMW direkt nachgefragt. Die Presseabteilung des Unternehmens bestätigt nun die Vermutungen: "BMW hat zum Jahresende 2022 sein Engagement für die eSport-Partnerteams beendet. In Zukunft wird unser Fokus noch stärker als bisher auf dem Individuum liegen."

BMW hat zum Jahresende 2022 sein Engagement für die eSport-Partnerteams beendet.

BMW

BMW unterhielt mit diversen großen Teams Sponsoringverträge. Dazu gehörten die erfolgreichsten europäischen Clans G2 und Fnatic, aber auch T1, die koreanische Mannschaft von League of Legends-Star 'Faker'. Ebenfalls gesponsert von BMW waren Cloud9, FunPlus Phoenix und OG. Damit lag der Fokus des Automobilkonzerns besonders bei LoL. Aber auch Veranstaltungen im eSport finanzierte BMW. So zum Beispiel den "Esports Boost", über den auch wir berichteten.

Harter Schlag für die Teams?

Für die Teams dürfte das bei aller Größe und unterschiedlicher Einnahmequellen trotzdem ein harter Schlag sein. Sponsoring macht laut unseren aktuellen Informationen oft mehr als Dreiviertel der Einnahmen von eSport-Clans aus. Eine Verminderung ist also dort immer maßgeblich.

BMWs Schritt kann sich mit einer möglicherweise drohenden Rezession erklären lassen. Sind die Einnahmen eines Unternehmens geringer, muss es das Geld für sein tatsächliches Kerngeschäft nutzen und kann weniger Werbung in Form von Sponsoring machen. BMW könnte in solch einem Falle nur das erste große Unternehmen in einer für den eSport schlechten Entwicklung sein.

Brechen mehr Gelder aus den Dreiviertel weg, kann es für Teams schnell eng werden. Zuletzt gab es vermehrt Organisationen, die finanzbedingt aufgeben mussten. In Deutschland gipfelte das in der von uns berichteten Misere um PENTA eSports.

Jerseyreveal G2

Im "Jersey Reveal" der neuen 2023-Kollektion von G2 ist das BMW Logo bereits verschwunden. G2 Esports

BMW ihrerseits sehen künftig laut Aussage die "Digital Emotional Experience" im Fokus. Jene bezeichnet die stärkere Vernetzung zwischen Mensch und Auto via Virtual Reality Displays und einem personalisierten Wagen. Das darf dann wohl als das oben beschriebene Kerngeschäft gewertet werden.

Holm Kräusche

Die 10 erfolgreichsten eSport-Organisationen 2022 - Nach Zuschauerzeit