Bundesliga

"Bleibt diesem Verein fern": Schmid veröffentlicht Statement

Löwen-Spielmacher erfährt große Unterstützung

"Bleibt diesem Verein fern": Schmid veröffentlicht emotionales Statement

Er machte seinem Ärger am Donnerstagabend Luft: Löwen-Spielmacher Andy Schmid.

Er machte seinem Ärger am Donnerstagabend Luft: Löwen-Spielmacher Andy Schmid. imago images

Am Ende stand der nächste Nackenschlag, die nächste Niederlage - die letztlich sogar per direktem Freiwurf in Melsungen (24:25) zustande kam. Es passt zur bisherigen Saison der Rhein-Neckar Löwen, in der wenig gelingen mag. Als Elfter steht der Deutsche Meister von 2016 und 2017 bei gerade mal 12:14 Punkten.

Nach dem neuerlichen Rückschlag meldete sich Anführer Schmid via Instagram zu Wort und richtete dabei eine emotionale Botschaft an Löwen-Fans und "Social-Media-Rambos". Die aktuelle Situation sei "recht beschissen". Auch Schmid wisse natürlich: "Wir holen zu wenig Punkte und hinken unseren eigenen Ansprüchen meilenweit hinterher." Das Team befindet sich im Umbruch, bekam im Sommer fast nur junge Spieler dazu.

Kritisiert uns, lasst eurem Unmut freien Lauf - dies ist völlig okay.

Andy Schmid

Schmid, seit 2010 im Löwen-Trikot und in dieser Zeit schnell zum Publikumsliebling avanciert, führt fort: "Ich bin Ende der Saison weg und würde gerne den Verein verlassen, welchen wir zusammen aufgebaut haben. Nichts ist selbstverständlich, erst recht nicht für einen Verein, der mit großkotzigen Sprüchen den großen Wurf landen wollte und immer wieder ausgelacht wurde, als es nicht nach Plan lief. Dies haben wir gemeinsam gedreht: Mit Anstand, Demut und harter Arbeit."

Bundesliga hält zusammen

Auf die gleiche Art und Weise müssten die Mannheimer auch nun vorgehen. "Aber dies braucht Zeit, die richtigen Entscheidungen und Ruhe", weiß Schmid: "Kritisiert uns (berechtigt), lasst eurem Unmut freien Lauf - dies ist völlig okay. Aber es gibt Leute, die haben bei Mama und Papa früher zu wenig zugehört, wie man sich respektvoll verhält. An euch: Bleibt diesem Verein fern, sucht euch ein anderes Ziel für eure Anfeindungen. Ihr findet bestimmt etwas."

Schmid wolle sich nicht "mit diesem niveaulosen Bashing anfreunden. Weder im Sport noch sonstwo." Für sein emotionales Statement bekam der Schweizer Spielmacher viel Zuspruch aus der Liga. MT-Keeper Silvio Heinevetter sowie Handball-Ikone Stefan Kretzschmar beispielsweise schrieben "Respekt", Hannover-Torhüter Domenico Ebner und Mattias Andersson (Torwarttrainer der DHB-Auswahl) sahen "wahre Worte".

"Wir hinterfragen die Situation am meisten"

Nachfühlen konnten die Worte offenbar vor allem Spieler aus Flensburg: Jim Gottfridsson, Marius Steinhauser und Lasse Svan begrüßten das Statement - auch die ehemaligen SG-Größen Thomas Mogensen, Rasmus Lauge und Anders Zachariassen kommentierten den Beitrag.

"An die richtigen Löwen-Fans: Danke für eure Unterstützung. Glaubt mir, dass wir die Situation am meisten hinterfragen - zusammen aufstehen!", forderte Schmid abschließend. Weiter geht es für die Löwen am 4. Dezember (20.30 Uhr) mit dem Heimspiel gegen die Füchse Berlin.

msc

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