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Blatter: "Ein trauriger Tag für den Fußball"

FIFA reagiert auf Bestechungsverdacht

Blatter: "Ein trauriger Tag für den Fußball"

Der Herr des Fußballs: FIFA-Boss Sepp Blatter.

Der Herr des Fußballs: FIFA-Boss Sepp Blatter. picture alliance

Dem Quartett werden Verstöße gegen die FIFA-Statuten sowie den Ethik- und den Disziplinarcode des Verbandes vorgeworfen.

Claudio Sulser, der Vorsitzende der Ethikkommission, sagte, es sei "ein trauriger Tag für den Fußball und die FIFA". Ähnlich äußerte sich FIFA-Präsident Joseph Blatter über die Korruptionsaffäre im Fußball-Weltverband gezeigt. "Es ist ein trauriger Tag für den Fußball."

Die Suspendierung gelte zunächst für 30 Tage und kann für weitere 20 Tage verlängert werden. Dies solle dem Verband Zeit für eingehendere Untersuchungen in der Sache geben. "Weil sie Exekutivmitglieder sind, müssen sie eine Einstellung haben, die über jeden Zweifel erhaben ist", begründete Sulser die Maßnahme. Es sei die Pflicht der FIFA, den Fußball "vor jeglicher Manipulation und schlechtem Verhalten zu schützen", begründete Blatter die Entscheidung.

Außerdem will die FIFA den Anschuldigungen nachgehen, dass zwei Bewerberländer ebenfalls den Ethikcode verletzt hätten.

"Das Komitee steht für null Toleranz, was Verstöße gegen den Ethikkodex betrifft", sagte Sulzer und ergänzte: "Wo Menschen sind, ist auch die Versuchung. Unsere Aufgabe ist es aber, die Werte des Fußball zu schützen." Das Vergabeverfahren für die WM 2018 und 2022 sei aber von den jüngsten Vorfällen nicht betroffen, wie FIFA-Generalsekretär Jerome Valcke sagte: "Das Vergabeverfahren ist perfekt vorbereitet worden. Es gibt keine Diskussion über den Prozess und den Zeitpunkt."

Blatter verwahrte sich unterdessen, bei der FIFA von einer korrupten Institution zu sprechen. "Die FIFA ist in der Welt des Sports eine hochangesehene Institution. Sie steht für Disziplin, Respekt, Fairplay und Solidarität", sagte der 74-Jährige mit eindringlicher Stimme und apellierte an die Öffentlichkeit: "Lasst uns unseren Job machen und die Situation klären." Rufe nach einer externen Untersuchung, die den Fall klären könne, wies auch Sulser zurück: "Wir sind eine unabhängige Institution."

Das Duo Adamu/Temarii soll nach Medienberichten verdeckt recherchierenden Reportern signalisiert haben, seine Stimmen bei der Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 und 2022 zu verkaufen.

Die Ausrichter beider WM-Turniere werden am 2. Dezember in Zürich festgelegt.