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Blatter will Videobeweis bald testen

Lösung im Katar-Terminstreit nicht vor Februar 2015

Blatter will Videobeweis bald testen

FIFA-Präsident Sepp Blatter

Machte sich erneut für den Videobeweis stark: FIFA-Präsident Sepp Blatter. Getty Images

Blatter will Videobeweis testen lassen

Blatter will Trainern in einer Testphase die Chance geben, gegen Entscheidungen von Schiedsrichtern während eines Spiels mittels Videobeweis Einspruch erheben zu können. Dies gab der FIFA-Boss bei einem Fußball-Kongress am Montag in Manchester bekannt. In einer Halbzeit sollen Übungsleiter ähnlich wie in der US-amerikanischen National Football League (NFL) "ein- oder zweimal die Möglichkeit haben, die Schiedsrichter-Entscheidungen nachprüfen zu lassen - aber nur, wenn das Spiel unterbrochen ist", erläuterte der Schweizer seine Idee.

Im Football werfen die Coaches eine Flagge auf das Spielfeld, um dem Schiedsrichter zu signalisieren, dass sie mit einer Entscheidung nicht einverstanden sind und dieses gerne überprüfen möchten. Das von Blatter noch nicht näher erläuterte System könnte bereits bei der U-20-WM im nächsten Jahr in Neuseeland getestet werden. Zudem soll ein Testlauf in einer nationalen Liga stattfinden. Blatter hatte die Idee bereits beim FIFA-Kongress im Juni geäußert.

Eine weiterer Zankapfel ist derweil die WM 2022 in Katar. Wird das Turnier wie geplant im Sommer stattfinden oder doch in den Winter verlegt? Auf diese Frage wird es laut FIFA bis Februar 2015 keine konkrete Antwort geben. Das teilte der Weltverband nach einem Gipfeltreffen mit Vertretern der europäischen Klub-Vereinigung ECA, dem Verband der europäischen Ligen EPFL, der Spielergewerkschaft FIFPro, der Kontinentalverbände und dem Katar-Organisationskomitee in Zürich mit.

Am Montag debattierten Vertreter der Spieler, Klubs, Verbände und der sechs Konföderationen im Rahmen einer einer Beratungsrunde in der FIFA-Zentrale in Zürich und loteten dabei eine mögliche Austragung des Turniers im Winter aus. Eine Entscheidung wurde dabei jedoch noch nicht getroffen, die Gespräche vielmehr vertagt.

Sollte die WM aufgrund der Sommerhitze in nicht im Juni und Juli ausgetragen werden, wären die Monate Januar/Februar sowie November/Dezember 2022 mögliche Alternativen, wie der Weltverband nach der Sitzung erklärte. Mit einem baldigen Ergebnis ist aber nicht zu rechnen. "Es ist das erste Treffen, und es wird in dieser Angelegenheit weitere geben", sagte FIFA-Exekutivmitglied Scheich Salman Bin Ebrahim Al Khalifa, der zusammen mit FIFA-Generalsekretär Jerome Valcke mögliche Optionen ausgearbeitet hatte. Dem Prozess zur Beratung solle die notwendige Zeit eingeräumt werden, wie Al Khalifa erläuterte: "Wir haben Fortschritte gemacht und werden weiter an der besten Lösung für den Fußball arbeiten."

Es ist das erste Treffen, und es wird in dieser Angelegenheit weitere geben.

FIFA-Exekutivmitglied Scheich Salman Bin Ebrahim Al Khalifa

Das nächste Treffen ist für November anberaumt. Dann sollen die verschiedenen Vertreter mitteilen, welche Auswirkungen eine Verlegung in den Winter für ihre jeweiligen Wettbewerbe hätte. Ein weiteres Beratungsgespräch soll dann im Februar 2015 stattfinden. Aufgrund der hohen Temperaturen im Sommer wird eine Verlegung der WM in die Wintermonate bevorzugt, allerdings müssten die europäischen Ligen dann ihren Spielkalender umbauen. Problematisch ist auch eine mögliche Kollision mit den Olympischen Winterspielen, sollte die Wahl auf Januar/Februar 2022 fallen.