kicker

Blatter-Platini-Prozess: Bundesanwaltschaft fordert Bewährungsstrafen

Franzose soll Geldstrafe von über zwei Millionen Euro zahlen

Blatter-Platini-Prozess: Bundesanwaltschaft fordert Bewährungsstrafen

Es drohen Bewährungstrafen: Michel Platini (li.) und Sepp Blatter.

Es drohen Bewährungstrafen: Michel Platini (li.) und Sepp Blatter.

Platini soll zudem eine Geldstrafe von rund 2,2 Millionen Franken (rund 2,1 Millionen Euro) zahlen. Beide müssen sich wegen des Vorwurfs des Betrugs und weiterer Delikte verantworten, sie weisen alle Anschuldigungen zurück. Am sechsten Tag des Prozesses hatte die Bundesanwaltschaft am Mittwoch ihr Plädoyer gehalten.

Blatter (86) hatte zuvor in seiner Vernehmung die Vorwürfe bestritten und eine mediale Vorverurteilung beklagt. Die Zahlung von zwei Millionen Schweizer Franken an Platini (66) sei beim Weltverband durch alle notwendigen Gremien gegangen.

Schutzbehauptung der Beschuldigten

Dass die Zwei-Millionen-Zahlung an den früheren Präsidenten der UEFA auf einer Abmachung beruhe, sei eine Schutzbehauptung der Beschuldigten, sagte der Staatsanwalt des Bundes, Thomas Hildbrand, am Mittwoch. Es gebe keine rechtliche Grundlage für diese Zahlung.

Den Angeklagten wird vorgeworfen, dass sie den Weltverband über eine angeblich noch ausstehende Forderung Platinis getäuscht haben. Blatter soll laut Anklage unrechtmäßig die Zahlung der FIFA in Höhe von zwei Millionen Franken (nach heutigem Stand rund 1,92 Millionen Euro) plus Sozialversicherungsbeiträge an Platini bestätigt haben.

Ich bin eine Million wert.

Michel Platini

Nach seiner Wahl zum FIFA-Chef 1998 habe er eine Zusammenarbeit mit Platini vereinbart, berichtete Blatter. Dieser habe ihm gesagt: "Ich bin eine Million wert." Im August 1999 wurde ein auf den Jahresanfang rückdatierter Vertrag mit einem Salär von 300.000 Schweizer Franken vereinbart. Auf den Hinweis von Platini, dass dies nicht die komplette vereinbarte Summe gewesen sei, habe er gesagt: "Das schauen wir später." Im Jahr 2011 sei die Summe von zwei Millionen Schweizer Franken durch Platini in Rechnung gestellt worden.

Aus Sicht von Platini ist die Anklage ein Komplott, das dazu gedient habe, ihn als FIFA-Präsidenten zu verhindern und den Weg für den jetzigen Amtsinhaber Gianni Infantino freizumachen.

Lesen Sie auch: Fragen und Antworten zum Prozess gegen Blatter und Platini

bst, dpa