Handball

Johannes Bitter vor Kap Verde: "Wünsche mir, dass wir nicht spielen"

Nationalkeeper kritisiert "verantwortungsloses" Handeln

Bitters Sorge vor Kap Verde: "Wünsche mir, dass wir nicht spielen"

Kurz nach Schlusspfiff hatte er noch gute Laune: DHB-Keeper Johannes Bitter.

Kurz nach Schlusspfiff hatte er noch gute Laune: DHB-Keeper Johannes Bitter. imago images

"Ich wünsche mir natürlich, dass wir nicht spielen", sagte Bitter nach dem souveränen WM-Start der deutschen Handballer gegen Uruguay (43:14) am Freitag.

Beim WM-Neuling waren am Donnerstag nach der Ankunft in Ägypten vier Spieler positiv auf Corona getestet worden. Eine weitere Testreihe am Freitag ergab jedoch ausschließlich negative Befunde, sodass Kap Verde wie geplant am Turnier teilnehmen darf. Deutschland trifft planmäßig am Sonntag (18 Uhr, LIVE! bei kicker) auf den Underdog.

"Ich finde es schwierig. Aus meiner ganz persönlichen Sicht ist das fahrlässig, dass sie spielen", sagte Bitter und bezeichnete die Partien mit kapverdischer Beteiligung als "verantwortungslos": "Das ist ein zu großes Risiko für das Turnier."

Im Anschluss an zwei EM-Qualifikationsspiele im November waren vier DHB-Spieler, darunter Bitter, an COVID-19 erkrankt. Gegner Bosnien-Herzegowina hatte vor dem Duell mit Deutschland mehrere Corona-Fälle zu beklagen. "Wir haben diese schlechte Erfahrung gemacht, deswegen versuchen wir das Risiko zu minimieren", sagte Bitter, als Vorstand einer Spielergewerkschaft so etwas wie der "Außenminister" des deutschen Teams.

Wie genau das deutsche Team bis zum geplanten Spieltermin nun vorgehen will, steht noch nicht fest. Die Tatsache, dass Kap Verde nach anfänglicher Isolation in das deutsche Hotel einzieht, bewertet Bitter als nicht "so schlimm. Schlimm ist am Ende, wenn man spielt", ergänzte der 38-Jährige. Der Torwart-Oldie hofft, dass die DHB-Auswahl "nicht zu irgendetwas gezwungen" wird: "Im Moment würde keiner von uns gerne gegen sie spielen."

msc/sid

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