Bundesliga

Robin Gosens für besseren Umgang mit psychischer Gesundheit

Union-Profi will nach der Karriere Praxis eröffnen

"Bitte nehmt Hilfe in Anspruch": Gosens für besseren Umgang mit psychischer Gesundheit

Nutzt die Unterstützung einer Psychologin: Robin Gosens, hier neben Nenad Bjelica (li.) im Gespräch mit einem Fan.

Nutzt die Unterstützung einer Psychologin: Robin Gosens, hier neben Nenad Bjelica (li.) im Gespräch mit einem Fan. IMAGO/Contrast

Union Berlins Verteidiger Robin Gosens wünscht sich einen offeneren und besseren Umgang mit psychischer Gesundheit im Fußball. "Wenn ein Spieler den Mut aufbringt und sagt: "Mir geht es nicht gut, ich fühle mich mental nicht gesund", dann sollte er sicher sein können, dass er von allen Beteiligten aufgefangen wird und das sensibel darüber berichtet wird. Soweit sind wir leider noch nicht", sagte der Nationalspieler dem SWR in einem Interview. Er habe das Gefühl, dass Profifußballer, die etwa über Depressionen oder Burnout-Symptome sprechen, als schwach angesehen werden. "Solange ein betroffener Spieler sich also nicht sicher sein kann, aufgefangen zu werden, wird sich nichts ändern."

Die Gespräche helfen mir, die Sachen im Keim zu ersticken.

Robin Gosens geht selbst zur Psychologin

Der 29-Jährige hat per Fernstudium einen Bachelor in Psychologie gemacht und möchte noch einen Master nachlegen. "Später möchte ich gerne meine eigene Praxis haben. Ich möchte Sportlerinnen und Sportler begleiten, die mit Druck, Ängsten, Depressionen oder Burnout zu kämpfen haben", sagte er.

Gosens erzählte, dass er auch selbst zu einer Psychologin gehe. "Ich gehe aber nicht nur, wenn es brennt, sondern es ist auch eine Präventiv-Maßnahme. Die Gespräche helfen mir, die Sachen im Keim zu ersticken", sagte er.

Vorschlag: Ein freier und ein fixer Psychologe

Es gebe im Fußball für alle Beteiligten nur Nachteile, wenn sich ein Spieler nicht öffnen könne, sagte Gosens. Er versuche, mit Kollegen ins Gespräch zu kommen, wenn er den Eindruck habe, dass es ihnen nicht gut gehe. Auch die Klubs sieht der Flügelspieler in der Pflicht. "Ich wünsche mir, dass alle Vereine eine wichtige Botschaft an betroffene Spieler senden: Bitte nehmt Hilfe in Anspruch."

Er halte eine doppelte Lösung für sinnvoll: "Es gibt einen freien, vielleicht externen Psychologen, der nur für die Spieler da ist. Auf den könnten die Profis jederzeit zugreifen. Und es gibt einen fixen Psychologen, der präsent ist und das Tagesgeschäft mitbekommt."

dpa, kon

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