Bundesliga

Christian Heidel kritisiert Oliver Bierhoff wegen Aussagen zu Leon Goretzkas Bayern-Wechsel

Heidel reagiert auf Aussagen des DFB-Managers

Bierhoffs Goretzka-Kommentar "schlecht für den Fußball"

Der nächste Streitfall: Christian Heidel musste sich wieder zu Leon Goretzka äußern.

Der nächste Streitfall: Christian Heidel musste sich wieder zu Leon Goretzka äußern. picture-alliance

Leon Goretzkas Bekanntgabe, oder vielmehr die Bekanntgabe Christian Heidels, dass Goretzka sich im Sommer dem FC Bayern anschließt , hat Staub aufgewirbelt. "Dessen waren wir uns bewusst", versicherte der S04-Sportvorstand am Donnerstag.

Dass der Wechsel nicht unkommentiert bleiben würde, hätte man erwarten können. Doch einer hätte sich seine Meinung sparen können, findet Heidel - zumindest in der Art und Weise. Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff hatte der "Bild" erklärt, dass "ein ambitionierter Jung-Nationalspieler Titel gewinnen" wolle und nur ungern mittwochs auf der Couch säße, "wenn andere Champions League spielen". Schalke, das derzeit Dritter ist, war seit 2015 nicht mehr in der Königsklasse dabei.

Der Manager der deutschen Fußball-Nationalmannschaft muss objektiv sein.

Christian Heidel über Oliver Bierhoff

"Ich gebe ganz offen zu, dass ich mich nicht sehr über die Aussagen gefreut habe", nahm Heidel Stellung. Noch am Tag vor der Bekanntgabe habe er mit Bundestrainer Joachim Löw ein langes und "tolles Gespräch" geführt. "Mir war es wichtig, dass er weiß, was mit Leon geschieht." Auch deswegen sei ihm Bierhoffs Meinung "aufgestoßen. Der Manager der deutschen Fußball-Nationalmannschaft muss objektiv sein."

Warum? Ganz einfach: Man könne daraus ableiten, dass jeder Nationalspieler, der nicht beim FC Bayern unter Vertrag stehe, dem Risiko ausgesetzt sei, nicht in der Königsklasse zu spielen. "Das darf jeder sagen, aber nicht der Manager der deutschen Nationalmannschaft." Bierhoff hat Heidel sogar eine SMS geschrieben, um die Thematik zu besprechen: "Dazu ist es nicht gekommen."

Heidel spricht im Namen aller Vereine, die nicht FC Bayern heißen

Heidel bat im Namen des Vereins darum, dass nun ein für alle Mal Ruhe einkehre in der Causa Goretzka, auch wenn Clemens Tönnies das Feuer in der vergangenen Woche neu entfacht hatte ; "damit Leon eine gute Rückrunde für den FC Schalke spielen kann". Da seien gerade Bierhoffs Aussagen wenig förderlich: "Jeder Verein kann froh sein, einen Nationalspieler in seinen Reihen zu haben. Wenn man Angst haben muss, dass einem das im Kreise der Nationalmannschaft persönlich gesagt wird und der Spieler sich Gedanken machen muss, dann finde ich das insgesamt sehr schlecht für den Fußball."

"Vielleicht hätte er lieber vorher nachgedacht und den Satz dann so nicht geäußert. Ich glaube, da spreche ich auch für den einen oder anderen Verein, der nicht FC Bayern heißt. Schalke 04 braucht keine Ratschläge und Forderungen." Alles, was Heidel & Co. zu Goretzka sagen wollten, sei gesagt. "Mehr kann man nicht tun. Und deswegen sollte man die Sache jetzt ruhen lassen."

mkr

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