Bundesliga

Bielefelds ungestillter Torhunger: "Einfach mal den Ball über die Linie drücken"

Kernproblem Offensive

Bielefelds ungestillter Torhunger: "Einfach mal den Ball über die Linie drücken"

Wartet auf sein erstes Bundesligator für Arminia Bielefeld: Florian Krüger.

Wartet auf sein erstes Bundesligator für Arminia Bielefeld: Florian Krüger. picture alliance/dpa

Dass hinten trotz einer grundsätzlich erneut kompakten, gut strukturierten Defensivleistung immer einmal "einer reinfallen" kann, ist nicht neu. Die Bielefelder haderten nach dem 0:1 bei Union Berlin am Samstag dennoch, weil beim Tor des Tages die Szene selbst allen Anlass dazu gab. "Da haben wir im eigenen Strafraum nicht richtig verteidigt", hielt es Trainer Frank Kramer noch recht allgemein bei seiner Kritik, während Alessandro Schöpf schon deutlicher wurde: "Wir sind mit sechs gegen drei in der Überzahl, eigentlich darf da überhaupt nichts anbrennen." Ärgerlich sei es, so der Mittelfeldspieler, "wenn man so einen Aufwand betreibt und sich das Spiel dann mit einem so blöden Gegentor kaputtmacht".

Doch der Österreicher, der in der Liga immer noch auf seine erste Torbeteiligung im Arminia-Dress wartet, verortete das Kernproblem der Ostwestfalen korrekterweise in die Offensive. "Wir müssen es uns wieder ankreiden lassen, dass wir die Dinger nicht gemacht haben. Die Torchancen sind da, auch hundertprozentige." Vorne fällt aktuell jedoch eben keiner mal eben so rein. Florian Krüger, in Berlin eingewechselter Neuzugang aus Aue und bislang auch noch nicht in der Bundesliga für Arminia erfolgreich, weiß immerhin um die simple und doch so schwierige Aufgabe: "Einfach mal den Ball über die Linie drücken, egal wie."

Kramer: "So richtig schlecht haben wir nur ein einziges Mal gespielt"

Der Torhunger bleibt ungestillt. Geduld scheint gefragt, doch anhalten können die Bielefelder den Spielbetrieb nun auch nicht. Zum unsäglichsten Termin am Sonntagabend (19.30 Uhr, LIVE! bei kicker) geht es in der letzten Begegnung der nächsten Runde darum, daheim gegen Leverkusen den Anschluss an das übrige Teilnehmerfeld nicht abreißen zu lassen.

Kramer spricht seinen Spielern Mut zu. Es sei ein gutes, sehr ordentliches Spiel seiner Mannschaft an der Alten Försterei gewesen. "In Phasen richtig gut, in Phasen intensiv, wenn auch nicht so rund." Wie schon öfters in dieser Saison. "So richtig schlecht haben wir nur ein einziges Mal gespielt", so der Coach, "und da haben wir einen Punkt mitgenommen." Das war am zweiten Spieltag in Fürth, als dem DSC beim 1:1 zum bisher einzigen Mal das erste Tor einer Partie gelungen war. "Wir müssen sehen, dass wir einmal in Führung gehen", fordert derweil Schöpf nun. "Dann ergeben sich auch ganz andere Räume." Taktisch wie mental wäre für Arminia ein solches Erlebnis wohl die ideale Vitaminpille gegen Bayer 04.

Michael Richter

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