2. Bundesliga

Bielefeld: Schwarze Zahlen nach Bundesliga-Abstieg

"Speck konnten wir nicht anfressen"

Bielefeld: Schwarze Zahlen nach Bundesliga-Abstieg

Sorgen über Strafen für den Verein seitens der DFL müssen sich die Fans von Arminia Bielefeld nicht machen.

Sorgen über Strafen für den Verein seitens der DFL müssen sich die Fans von Arminia Bielefeld nicht machen. Getty Images

Dem Abwärtstrend im sportlichen Bereich im Jahr 2022 kann Arminia Bielefeld wirtschaftlich erfreulichere Zahlen entgegenhalten. Bei der Jahreshauptversammlung des Zweitligisten präsentierte der Klub den Mitgliedern am Montagabend für die KGaA ein leicht positives Ergebnis für das im Juni zu Ende gegangene Geschäftsjahr 2021/22. Einnahmen von 60,2 Millionen Euro standen demnach lediglich Ausgaben von 57,3 Millionen Euro gegenüber, so dass sich ein Überschuss von 2,9 Millionen Euro ergab. Die Darlehensverbindlichkeiten sanken von 4,3 Millionen im Geschäftsjahr 2020/21 auf aktuell 4,1 Millionen Euro.

In der Bilanz stellt sich die Situation des Vorrunden-16. somit positiv dar. Auch in Bielefeld hätten Corona und die Folgen zu erheblichen Einbußen geführt, kommentierte Vize-Präsident Dr. Maurice Eschweiler die Veröffentlichung der Zahlen. Dank der zwei Jahre Bundesliga-Zugehörigkeit in jener Zeit habe Arminia das Schlimmste verhindern können, jedoch: "Leider haben wir es aufgrund von Corona auch nicht schaffen können, uns in der Bundesliga Speck anzufressen."

Positives Eigenkapital

Konkret: Nach 3,8 Millionen Euro minus im Geschäftsjahr 2019/20 waren die Einbußen 2020/21 auf zusäzlich 10,1 Millionen Euro emporgestiegen. Im nun veröffentlichten Bericht stehen nochmals 5,4 Millionen Euro Verlust durch die Pandemie zu Buche - somit ergibt sich ein Gesamtminus von 19,3 Millionen Euro aufgrund dieser besonderen Umstände. Eschweiler dazu: "Ohne die 1. Liga hätten unsere Schulden hier aber bei über 30 Millionen Euro gelegen." Die Verluste habe man derweil allein und aus dem "Beziehungsnetzwerk", bestehend aus dem "Bündnis Ostwestfalen" mit Firmen der Region, gestemmt. "Wir haben es ohne öffentliche Unterstützung gemeistert."

Schwarze Zahlen stehen aktuell wieder für das Eigenkapital: Nach -3,7 Millionen Euro 2020/21 konnten die Ostwestfalen mit nunmehr 0,1 Millionen Euro wieder auf das Niveau von 2019/20 zurückkehren. Ein wichtiger Zwischenstand, der den Klub vor Sanktionen schützt, die bekanntlich etwa der SV Werder Bremen aufgrund der Steigerung seines negativen Eigenkapitals nun zu befürchten hat.

Transfers könnten Geld in die Kasse spülen

Dass sich die Bielefelder Zahlen bis zum Ende des relevanten Bewertungszeitraums von einem Kalenderjahr am 31. Dezember 2022 nun noch verschlechtern, ist laut Präsident Rainer Schütte nicht zu befürchten: "Wir sind zuversichtlich, dass wir es positiv darstellen können." Man stehe im Lizenzierungsprozess ja ohnehin im ständigen Austausch mit der DFL. "Es ist ein fortlaufender Prozess, den wir im Griff haben. Wir fürchten zum Jahresende keine Strafen."

Möglich bleibt unterdessen, dass Arminia kurzfristig Spieler, eventuell sogar gute Einnahmen bescherende Leistungsträger, abgibt und sich im Gegenzug mit neuem Personal eindeckt. Ob in der bevorstehenden Winter-Wechselperiode Transfereinnahmen oder -ausgaben die Bilanz noch wesentlich verändern werden, hielt Schütte entsprechend offen. Der Vereinsoberste deutete aber an: "Wer kommt oder wer geht, können wir jetzt nicht sagen. Es wird immer etwas passieren und es gibt entsprechende Konzepte des Trainerteams."

Überzogene Maßnahmen aus Sorge um den Klassenerhalt in der 2. Liga wird es beim derzeitigen Relegationsplatzinhaber definitiv nicht geben. Schütte: "Wir werden uns nicht verschulden, um den sportlichen Erfolg zu erkaufen." Langfristig bleibe es das Ziel, mit dem nach der Sanierung seit 2018 eingeschlagenen Weg der soliden Haushaltsführung einen Platz im Kreis der "Top 25"-Vereine im deutschen Fußball zu finden.

Michael Richter

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