Bundesliga

Bielefeld: Fan-Ansturm auf Tickets, Störangriffe aus Russland und China

"Tausendmal mehr als erhofft"

Bielefeld: Fan-Ansturm auf Tickets, Störangriffe aus Russland und China

Arminia Bielefeld darf gegen den 1. FC Köln in der Schüco-Arena nun doch vor Zuschauern spielen.

Arminia Bielefeld darf gegen den 1. FC Köln in der Schüco-Arena nun doch vor Zuschauern spielen. imago images

Am Montag sah sich Markus Rejek dazu veranlasst, via YouTube direkt ein paar Worte an die Öffentlichkeit zu richten. "Wir haben mit 10, 20, 30.000 Zugriffen gerechnet. Es waren aber mehr als 100.000", erläuterte der Bielefelder Finanz-Geschäftsführer nach einer hektischen Nacht. In Anlehnung an das Vereins-Gründungsjahr 1905 hatte der DSC für Sonntagabend, 19.05 Uhr, die Freischaltung eines Portals angekündigt, auf der sich Dauerkarteninhaber für einen nun doch möglichen Stadionbesuch zum ersten Heimspiel am nächsten Samstag gegen den 1. FC Köln bewerben sollten. Ein Prozedere, das sich schnell als (zu) große Herausforderung entpuppte und zu erheblichen technischen Problemen führte.

"Wir hatten Störangriffe"

Augenscheinlich allerdings auch aufgrund von Hackern, die im Netz unterwegs waren. "Wir können jetzt schon sagen: Wir hatten Störangriffe. Fakt ist, der Server ist zusammengebrochen", so Rejek. Am Dienstag konkretisierte Arminia-Präsident Hans-Jürgen Laufer gegenüber dem Sport-Informationsdienst den vermuteten kriminellen Hintergrund: "Scharlatane im Internet gibt es immer. Diese aber kamen tatsächlich aus Russland und China und wollten bei uns was abfischen. Das ließ sich eindeutig nachverfolgen."

Als Folge sahen sich die Ostwestfalen gezwungen, das Verfahren zu modifizieren. So wurde die Bewerbungsfrist bis Dienstag, 11 Uhr, verlängert und die Ticket-Vergabe statt nach Bewerbungseingang durch ein Losverfahren ersetzt, bei dem es nicht mehr auf den Zeitpunkt der Antragstellung ankam. Dies verlief schließlich offenbar problemlos.

All das, was gerade passiert, passiert unter einem enormen Druck.

Markus Rejek

"Wir glauben, dass wir noch einmal ein faireres Prozedere gefunden haben", argumentiert Rejek, der zudem um Verständnis für die Arbeit seines personell an Grenzen stoßendes Mitarbeiterteams warb: "All das, was gerade passiert, passiert unter einem enormen Druck. Wir hatten erst in der vergangenen Woche die Information, mussten dann unsere Hygienekonzepte anpassen und mit der Stadt Bielefeld und den örtlichen Behörden umsetzen."

An alle Fans appellierte Rejek: "Wir werden keine Situation schaffen, die für alle komplett zufriedenstellend ist. Bis vor ein paar Tagen konnten wir nicht davon ausgehen, das überhaupt Zuschauer die Möglichkeit haben, Spiele in der Schüco-Arena zu verfolgen. Was wir jetzt haben, ist tausendmal mehr, als wir uns vorher erhofft hatten. Es ist für uns ein wichtiger Schritt zurück in eine Normalität, auch wenn wir noch nicht alle Dauerkarteninhaber berücksichtigen konnten."

5400 Zuschauer sollen dabei sein

Um dies Schritt für Schritt zu ändern, sei nun in Bielefeld auch eine gewisse Haltung und Disziplin nötig. In die normalerweise 26.515 fassende Spielstätte sollen am Samstag 5400 Zuschauer gelangen. Rejek: "Wir werden es nicht überreißen und hoffen, dass sich die Situation so entwickelt, dass immer mehr Menschen ins Stadion kommen können." Etwa 74 Prozent der diesmal verfügbaren Karten gingen direkt an die Dauerkarteninhaber, das seien knapp 4000 Karten. Rund 800 Plätze bleiben Sponsoren und Partnern des DSC vorbehalten, die übrigen stehen für Behinderte, die Nachwuchs-Fanorganisation "Arminis", Schiedsrichter und Angehörige der Spieler zur Verfügung.

Michael Richter

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