Bundesliga

VfL Wolfsburg - Bartosz Bialek begeistert: "Es ist wie ein Traum"

Wolfsburgs Neuzugang über seinen Start und Lewandowski

Bialek begeistert: "Es ist wie ein Traum"

Erzielte gegen Bremen sein erstes Bundesliga-Tor: Bartosz Bialek.

Erzielte gegen Bremen sein erstes Bundesliga-Tor: Bartosz Bialek. imago images

Das Geschenk von Sportdirektor Marcel Schäfer, der Ball, mit dem er sein erstes Bundesligator geschossen hat, liegt noch im Schrank. "Ich muss ihn erst noch von allen unterschreiben lassen", erzählt Bartosz Bialek, dann bekomme der Ball einen Ehrenplatz. Der 5:3-Siegtreffer gegen Bremen, es war das erste Ausrufezeichen des jungen Stürmers in der Bundesliga.

An diesem Mittwoch nun sitzt er im Medienraum des VfL Wolfsburg. Und obwohl er in der Schule drei Jahre lang Deutschunterricht hatte, ist eine Dolmetscherin an seiner Seite. "Hätte ich gewusst, dass ich so schnell in die Bundesliga wechsele, dann hätte ich in der Schule besser aufgepasst und mich nicht nur auf Fußball konzentriert", sagt Bialek lachend. Er wirkt noch etwas schüchtern, die Pubertät ist bei dem 19-Jährigen noch sichtbar, die Zahnspange noch im Mund.

Bialek über die Vergleiche als "kleiner Lewandowski"

Es geht alles rasend schnell in der noch jungen Karriere des Angreifers. Vor eineinhalb Jahren habe er noch in der 3. Liga seines Heimatlandes für Zaglebie Lubin gespielt, erzählt er, dann debütierte er gerade mal vor einem Jahr im November 2019 in der Ekstraklasa, der höchsten polnischen Spielklasse, schoss neun Tore und ist nun in Wolfsburg. Gewechselt für rund fünf Millionen Euro. "Es ist wie ein Traum", sagt Bialek, dessen Ziel es erst einmal ist, sich zu entwickeln. Er wolle so viele Minuten wie möglich absolvieren.

Der Start ist gemacht. Drei Ligaspiele sind notiert, eines in der Europa-League-Qualifikation, eines im Pokal. Dass in der Heimat erste Vergleiche mit Robert Lewandowski kommen, liegt in der Natur der Sache. "Das ehrt mich", spricht Bialek stolz darüber, "dass ich ein kleiner Lewandowski sein soll." Er spüre aber auch den Druck, irgendwann mal ein solches Level erreichen zu wollen. Das Ziel, und da lässt der Neu-Wolfsburger mal eine gewisse Portion Selbstvertrauen durchblicken, sei es, dass nachfolgende Spielergenerationen irgendwann mal mit dem großen Bialek verglichen werden.

Bialeks Vorbild kommt aus Schweden

So weit ist es freilich noch lange nicht. Noch ist der Teenager in der Rolle des Auszubildenden, der sich Ratschläge holt von seinen Mitspielern Wout Weghorst und Daniel Ginczek. Und der am 16. Dezember gerne auch Lewandowski persönlich kennenlernen möchte. Dann nämlich spielt der VfL in München. "Danach würde ich gerne mit ihm sprechen, vielleicht kann er mir ein paar Tipps geben."

Anschauungsunterricht nimmt sich Bialek gerne auch bei seinem Idol: Zlatan Ibrahimovic. "Seine Technik ist perfekt, er ist trotz seines Alters immer noch top. Auf dem Spielfeld ist er ein Vorbild." In bester Ibrahimovic-Manier trat der VfL-Angreifer kürzlich selbst auf, im U-21-Länderspiel Polens gegen Lettland (3:1) traf er akrobatisch per Seitfallzieher. Nüchtern sagt Bialek dazu: "Das hat mich sehr gefreut. Dieses Tor wollte ich einfach schießen."

Warum sich Bialek für Wolfsburg und gegen Gladbach entschied

Viele weitere sollen folgen, vor allem im VfL-Trikot. Obwohl auch Klubs wie Borussia Mönchengladbach und Eintracht Frankfurt an ihm interessiert gewesen sein sollen, erhielten die Niedersachsen den Zuschlag. "Weil der VfL im Sturm auf ähnliche Spielertypen wie mich setzt", erklärt er. Die Rechnung geht bereits auf. Nach aktuellem Stand hat Bialek bereits Daniel Ginczek in der Sturm-Hierarchie überflügelt. Ein Saisontor mehr als der Kollege hat er nun auch schon erzielt.

Thomas Hiete

Zwei Kölner und eine Bayern-Premiere: Die kicker-Elf des Spieltags