Bundesliga

Bezahlkarten-Ärger: Bekommen die Fans in den Stadien ihr Geld nicht zurück?

Drohende Insolvenz eines Anbieters

Bezahlkarten-Ärger: Bekommen die Fans kein Geld?

Kann nicht mehr benutzt werden: Fans mit einer Justpay-Karte schauen in die Röhre.

Kann nicht mehr benutzt werden: Fans mit einer Justpay-Karte schauen in die Röhre. imago

Wegen der drohenden Insolvenz des Stadionbezahlkarten-Anbieters Payment Solutions droht jetzt Ärger in einigen Stadien. Fans, die im Besitz einer Justpay-Karte sind, können nun bis zum Saisonende doch nicht mit den Karten bezahlen und sich auch kein Guthaben auszahlen lassen. Dies hat der Insolvenzverwalter verschiedenen betroffenen Vereinen nach deren Angaben mitgeteilt.

So müssen zum Beispiel Hertha BSC im letzten Heimspiel am 20. Mai gegen Bayer Leverkusen und Eintracht Frankfurt am gleichen Tag gegen RB Leipzig sowie Zweitligist 1. FC Kaiserslautern gegen den 1. FC Nürnberg (21. Mai) an Kiosken und Getränkeständen auf Barzahlung umsteigen. Auch der FC Augsburg musste vor dem Heimspiel gegen Borussia Dortmund am Samstag (13. Mai) reagieren: "An diesem Spieltag sind die Verwendung der Bezahlkarten sowie das Entladen der Karten nicht möglich. Daher wird bei dieser Begegnung ausschließlich eine Barzahlung in den Cateringbereichen stattfinden."

Hertha BSC - Vereinsdaten
Hertha BSC

Gründungsdatum

25.07.1892

Vereinsfarben

Blau-Weiß

Eintracht Frankfurt - Vereinsdaten
Eintracht Frankfurt

Gründungsdatum

08.03.1899

Vereinsfarben

Rot-Schwarz-Weiß

1. FC Kaiserslautern - Vereinsdaten
1. FC Kaiserslautern

Gründungsdatum

02.06.1900

Vereinsfarben

Rot-Weiß

FC Augsburg - Vereinsdaten
FC Augsburg

Gründungsdatum

08.08.1907

Vereinsfarben

Rot-Grün-Weiß

Eine abschließende Entscheidung über die Behandlung der Guthaben soll nach Vereinsangaben voraussichtlich erst im Juli getroffen werden. Die Bezahlkarten von Payment Solutions wurden in mehreren deutschen Stadien benutzt.

Vereine sind um Schadensbegrenzung bemüht

Hertha BSC hatte seinen Anhängern bereits zugesichert, für mögliche finanzielle Schäden aufzukommen. Verwundert zeigte sich der 1. FC Kaiserslautern. "Wir wurden jetzt mit einer für uns neuen Situation konfrontiert, nachdem uns zunächst mitgeteilt wurde, dass die Bezahlkarten sowohl beim Heimspiel gegen den FC St. Pauli als auch beim letzten Saisonheimspiel gegen den 1. FC Nürnberg vollumfänglich genutzt werden können. Gerade nach dem problemlosen Einsatz der Karte beim Heimspiel gegen St. Pauli waren wir optimistisch, dass für unsere Fans auch beim letzten Spiel keinerlei Beeinträchtigungen entstehen", sagte FCK-Vorstand Michael Klatt und kündigte an: "Sollten unsere Fans ihr Guthaben nicht ausgezahlt bekommen, so werden wir schauen, wie wir den betroffenen Fans etwas Gutes tun können."

Ähnlich äußerten sich die Augsburger, man bemühe sich um eine "partnerschaftliche Lösung im Sinne der Fans". Sollten Guthaben auf den Karten nicht zurückbezahlt werden können, wolle man den "möglichen Schaden für die Fans so gering wie möglich" halten.

Hintergrund ist eine mögliche Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens Payment Solutions, dessen Justpay-Bezahlkarten in mehreren deutschen Stadien von der 1. bis zur 3. Liga im Einsatz sind. Mit dem Guthaben auf den Karten können beispielsweise Snacks und Getränke an den Stadionkiosken gekauft werden.

Drei Gesellschaften von Payment Solutions hatten Anfang des Monats Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen hatte den betroffenen Klubs und Fans zunächst zugesichert, dass die Bezahlkarten bei den Spielen am Wochenende weiterhin eingesetzt werden können.

Der aktuelle Fall ist Wasser auf die Mühlen der Kritiker. Zuletzt hatte schon eine Recherche der ARD ergeben, dass es den Fans bei der Rückerstattung von Restguthaben - des sogenannten Schlummergroschens - oftmals unnötig schwergemacht wird.

tru