Bundesliga

SCF vs. Köln: "Alter Mann" Streich vs. "Sumoringer" Baumgart

Bei Freiburg gegen Köln stehen zwei hochemotionale Coaches an der Linie

Besonderes Trainerduell: "Alter Mann" Streich gegen "Sumoringer" Baumgart

Immer in Bewegung an der Seitenlinie: Christian Streich.

Immer in Bewegung an der Seitenlinie: Christian Streich. imago images/Sportfoto Rudel

In der Bundesliga gab es das Aufeinandertreffen von Christian Streich und Steffen Baumgart an der Seitenlinie erst zweimal, in der vorletzten Saison, als Baumgart noch beim SC Paderborn war. Die Bilanz lautet unentschieden, denn jeder hat eine Partie gewonnen, jeweils das Auswärtsspiel. Bei der dritten Begegnung der beiden treffen zwei gut in die Saison gestartete Mannschaften aufeinander, und es ist damit zu rechnen, dass auch vor den beiden Bänken einiges los sein wird. "Die müssen nur aufpassen, dass sie sich nicht gegenseitig umlaufen", scherzte SC-Torwart Mark Flekken in Bezug auf den Bewegungsradius der beides Coaches.

Der 56-jährige Streich bezeichnet sich im Vergleich mit seinem sieben Jahre jüngeren Kollegen allerdings "von der Energie her als alten Mann" und geradezu "ruhiggestellt". "Wenn ich die Meter machen würde, und mich so hinstellen würde wie er, wie so ein Sumoringer, das würden ja meine Kniegelenke gar nicht aushalten, wie er sich die Festigkeit holt und das Spiel beobachtet", sagte Streich, der Baumgart schon als Spieler geschätzt hat. "Voll drauf, vorne rein, keine Angst vor nix, ein totales Schlitzohr", so beschrieb ihn der SC-Coach in der Pressekonferenz vor dem Heimspiel.

Baumgart hat schon mit Paderborn mutig gespielt, der kennt nichts anderes, der ist so.

Christian Streich

"Der kann die Mannschaft begeistern und auch die Kölner Zuschauer", meinte Streich. Als Baumgarts Wechsel zum Effzeh bekannt wurde, habe er "sofort in der Trainerkabine zu den Jungs gesagt, das passt super". Der 49-Jährige übertrage seine Energie auf sein Team und habe schon mit Paderborn "mutig gespielt, der kennt nichts anderes, der ist so". Streich erwartet deshalb morgen ein "total intensives Spiel", in dem es "keine Ruhepausen geben wird".

Vorletztes Heimspiel im alten Stadion ist ausverkauft

Für den Sport-Club ist es außerdem das vorletzte Heimspiel im Dreisamstadion, das ist mit den rund 10.000 zugelassenen Zuschauern ausverkauft ist. Erstmals sind auch wieder 500 Gästefans dabei. In zwei Wochen wird sich der Bundesligist gegen Augsburg endgültig aus dem alten Stadion verabschieden und ins neue auf der anderen Seite der Stadt umziehen, das den Namen Europa-Park-Stadion tragen wird.

Neues Stadion, zwiespältige Gefühle

"Ich freue mich aufs neue Stadion, aber ich vermisse jetzt schon das alte", schilderte Streich seine zwiespältigen Gefühle. "Ich bin noch ganz hier, freue mich jeden Tag, wenn ich hierherkommen und an der Dreisam trainieren kann. Und wenn der Ball drüber geht, fischen wir ihn aus der Dreisam." Nach 25 Jahren sei das Stadion seine Heimat geworden, "und in ein paar Wochen fahren wir runter, mit dem Velo durch die Stadt, und schaffen uns dort eine neue Heimat".

Daniela Frahm

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