Bundesliga

Besiktas lockt Amiri - aber noch nicht Bayer

Leverkusen lehnt eine erste Offerte der Türken ab

Besiktas lockt Amiri - aber noch nicht Bayer

Darf gehen: Unter Bayer-04-Trainer Gerardo Seoane hat Nadiem Amiri nur geringe Chancen auf Einsatzzeiten.

Darf gehen: Unter Bayer-04-Trainer Gerardo Seoane hat Nadiem Amiri nur geringe Chancen auf Einsatzzeiten. IMAGO/Revierfoto

Am Samstag beim 0:1 in Dortmund durfte er nochmal in der Bundesliga für Bayer 04 ran. In der 78. Minute wechselte Trainer Gerado Seoane den Verkaufskandidaten Nadiem Amiri ein. Doch trotz eines ordentlichen Auftritts ("Er war engagiert, aber ihm fehlt noch etwas der Rhythmus", so Seoane), hat sich an der Situation des 25-Jährigen nichts geändert. Auch wenn Leverkusens Trainer ihn und den ebenfalls als Abgang eingeplanten Joel Pohjanpalo wie jeden anderen Kaderspieler behandelt.

Einen der aktuell unter Vertrag stehenden Profis möchte Seoane nicht aussortieren. "So lange ein Spieler da ist, versuchen wir, mit ihm zu einhundert Prozent zu arbeiten", erklärt der Schweizer, der aber bezogen auf Amiri auch eindeutig bekundet: "Er weiß, dass wir ihm vielleicht auf seiner Position nicht die gewünschte Spielzeit geben können. Das haben wir schon vergangene Saison kommuniziert."

"Wenn für ihn etwas auf den Tisch kommt, das ihn überzeugt, kann ich mir vorstellen, dass er das auch macht."

Leverkusens Trainer Gerardo Seoane über einen möglichen Abgang von Nadiem Amiri

Die Aussicht auf regelmäßige Einsätze ist für Amiri, der als Sechser, Achter, Zehner, aber auch auf den Außenpositionen im Mittelfeld spielen kann, in Leverkusen nicht gegeben. Also trifft Seoane folgende Einschätzung: "Wenn für ihn etwas auf den Tisch kommt, das ihn überzeugt, kann ich mir vorstellen, dass er das auch macht."

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Der erste Teil dieser Transfergleichung steht offenbar. So zeigt ein Klub aus Istanbul Interesse an Amiri. Besiktas, das in der vergangenen Saison als Meister und Pokalsieger des Jahres 2021 nur auf Rang 6 in der türkischen SüperLig landete, lockt den deutschen Nationalspieler (fünf Einsätze) und ist bereits in die Verhandlungen mit Bayer 04 eingestiegen.

Das erste Angebot war deutlich zu niedrig

Eine Einigung zwischen beiden Klubs ist aber noch nicht abzusehen, gaben die Türken doch ein erstes Angebot ab, das nicht annähernd den Vorstellungen des Bundesligisten entspricht. Schließich möchte Bayer, das 2019 neun Millionen Euro an 1899 Hoffenheim für Amiri überwies, in etwa auch diese Summe nun wieder erlösen. Die Offerte von Besiktas soll allerdings im niedrigen einstelligen Millionenbereich gelegen haben.

Kann Bayer Amiri und auch Pohjanpalo, der etwa drei Millionen Euro Ablöse bringen soll, verkaufen, wäre damit auch eine Rahmenbedingung für weitere Verstärkungen erfüllt, die der Werksklub auf der Linksaußen- und auch auf der Sechserposition erwägt: So soll der Kader nicht zu groß werden, um nicht zu viele unzufriedene, weil kaum eingesetzte Profis zu haben.

Angesichts von 21 fix im Bundesligakader eingeplanten Feldspielern müsse man Platz schaffen, um mit weiteren Zugängen Qualität hinzuzugewinnen. Kommt Besiktas mit einem marktgerechten Angebot für Amiri, wäre zumindest eine Planstelle im Kader frei.

Stephan von Nocks

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