Basketball

Ben Simmons' beeindruckender Karrierestart in der NBA: Nur werfen kann er nicht

Philadelphias Rookie begeistert und führt das Team

Ben Simmons: Nur werfen kann er nicht

Naturgewalt aus Australien: Ben Simmons ist der überragende Rookie der bisherigen NBA-Saison. Getty Images

Belächelt wurden sie in den vergangen Jahren oft in Philadelphia. Die Stadt, in der 72 Treppenstufen vor dem Museum of Art auch in vielen Jahren noch an Rocky Balboa erinnern, mit den enthusiastischen Fans, die so selten für ihre bedingungslose Unterstützung belohnt werden. Ob bei den Flyers (NHL), Union (MLS), den Eagles (NFL), oder eben bei den 76ers.

Jene Sixers, die es seit fünf Jahren nicht mehr fertig gebracht haben, sich in 82 regulären Saisonspielen ein Ticket für die Play-offs zu sichern, haben sich in den vergangenen Jahren viel Mühe gegeben, besonders schlecht zu sein. Und die Strategie, sich dadurch die besten Talente des Colleges zu sichern, trug erst mal nur verfaulte Früchte - bis zu dieser Saison.

Ich will viele Ringe gewinnen.

Ben Simmons auf die Frage, ob er als Rookie schon All-Star wird

Jetzt hat Coach Brett Brown ein Team, das seinen Fans wirklich wieder Hoffnung macht. Joel Embiid (23, No.3-Pick 2014), Markelle Fultz (19, No.1-Pick 2017) und Ben Simmons (21, No.1-Pick 2016) galten vor der Saison als potenzielle Big 3 der Zukunft . Fultz ist noch verletzt, Embiid konnte im letzten Jahr, in dem Simmons verletzt war, trotz begrenzter Einsatzminuten schon überzeugen. Und jetzt kommt auch der Australier.

27 Punkte schenkte der 2,06-Meter-Forward, der seit Saisonbeginn als Guard groß aufspielt, den Utah Jazz am Montagabend (Ortszeit) ein - sein persönlicher Karrierebestwert.

Statistik-Leader in jeder Hinsicht - außer bei den Dreiern

27 Punkte sind in einer Liga mit Stephen Curry, LeBron James oder James Harden nichts Überirdisches. Für jemanden, der eigentlich nicht werfen kann, sind sie dann aber doch irgendwie astronomisch. Noch keinen einzigen Dreier hat Simmons getroffen - dafür müsste er es aber auch wenigstens einmal versuchen. Simmons wirft nicht, und genau das zeichnet den 21-Jährigen aus.

Seine Explosivität, Athletik und das Vermögen, sich gegen zwei oder drei Gegenspieler einfach unterm Korb durchzutanken und den Ball dann durch den roten Ring ins Netz zu stopfen, machen ihn schon jetzt zum All-Star-Kandidat - nach gerade einmal 15 Saisonspielen. Das hat es seit Blake Griffin (2009) nicht mehr gegeben. Wie das wohl wäre? "Interessiert mich nicht", lächelte Simmons nach seinem Double-Double (zehn Rebounds) gegen Utah. "Ich will einen Ring gewinnen". Dann korrigierte er sich selbst: "Ich will viele Ringe gewinnen."

Selbst als Guard, eine Position, die er für die LSU Tigers am College nie gespielt hat, brilliert Simmons mit einer besonderen Übersicht und speziellen Pässen. Die Statistik spricht sowieso für ihn, er führt die Rookies der Liga in jeder Statistik an (18,7 Punkte, 9,2 Rebounds und 7,6 Assists im Schnitt), außer natürlich bei den Drei-Punkte-Würfen, die kann er ja nicht. Oder will sie nicht können.

mkr