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Bei Juventus hat es Klick gemacht - Cristiano Ronaldo dreht wieder auf

Italienischer Tabellenführer hat das Derby della Mole vor Augen

Bei Juventus hat es Klick gemacht - Cristiano Ronaldo dreht wieder auf

Cristiano Ronaldo und Paulo Dybala jubeln über den nächsten Sieg in der Serie A.

Es läuft - auch auf beiden persönlichen Torekonten: Cristiano Ronaldo und Paulo Dybala sind aktuell nur schwer zu stoppen. imago images

Ein müdes 0:0 gegen Milan, das verlorene Coppa-Finale gegen ein schlicht besser eingestelltes und feuriger auftretendes Napoli (2:4 i.E.) - und obendrein mediale Kritik für einen noch nicht auf Betriebstemperatur gekommenen Cristiano Ronaldo. Das waren die Schlagzeilen rund um die ersten beide Turiner Pflichtspiele direkt nach Italiens Re-Start.

Doch seither hat sich etwas bewegt, der Hunger auf Erfolg ist zurück. Und schon ist die Alte Dame wieder die altbekannte Alte Dame: 2:0 in Bologna, 4:0 gegen Lecce und ein mit zauberhaften Treffern garniertes 3:1 beim CFC Genua. Was dabei auffiel: Neben einer gewohnt zuverlässigen Abwehr rund um Abwehrchef Leonardo Bonucci, einem wenig fehlerbehafteten Aufbauspiel um den im Sommer zum FC Barcelona weiterziehenden Miralem Pjanic geht auch vorne wieder die Post ab.

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CR7 und Dybala "ernten die Früchte"

Vor allem bei Paulo Dybala und Cristiano Ronaldo hat es nicht nur bei jedem Star selbst, sondern auch untereinander Klick gemacht. Was auch Juve-Trainer Maurizio Sarri so sieht, wie er im Gespräch mit "Sky Sport Italia" verriet. Laut der Einschätzung des 61-Jährigen, der nach schlechten Auftritten auch nicht davor zurückscheut, seine Schützlinge wie beim 0:1 im Hinspiel des Champions-League-Achtelfinals gegen Lyon (0:1) öffentlich zu kritisieren, haben die beiden gesetzten Angreifer verstanden, "wie sie voneinander profitieren können". Sarri weiter: "Irgendetwas ist passiert beim Bewegungsablauf, sie haben gelernt, nach dem jeweils anderen zu schauen. Sie haben es verstanden, deswegen ernten sie jetzt die Früchte dessen. Das ist mir zuletzt schon im Training aufgefallen."

Tore und Assists am laufenden Band

Rannte sich Dybala in den Pokalspielen oftmals fest und fühlte sich womöglich auch mit seinen Dribbelkünsten gegen mehrere Gegenspieler im Stich gelassen, wollte auf der anderen Seite Cristiano Ronaldo zunächst zu sehr mit dem Kopf durch die Wand. Eher verzweifelte Distanzschüsse oder misslungene Tricks in ohnehin ausweglosen Situationen waren Bilder, die man in den beiden Pokalspielen häufig sah - gepaart mit einem verschossenen Elfmeter gegen Milan.

Doch nun sieht das ganz anders aus: CR7 holt sich Bälle ab, kombiniert wieder häufiger mit Dybala oder seinen anderen Mitspielern wie Rodrigo Bentancur, Adrien Rabiot, Federico Bernardeschi oder Douglas Costa. "Cristiano spielt häufig so, dass er am Ende freisteht und abschließen kann. Doch wenn er sich wie zuletzt dafür entscheidet, den Ball schnell laufen zu lassen, dann ist er der Beste von allen", findet Sarri.

Der Ertrag spricht in jedem Fall für sich: In den drei erfolgreichen Serie-A-Spielen hat der 35-jährige Portugiese neben drei Toren (zwei Elfmeter und ein traumhafter Distanzschuss) auch zwei Assists geliefert. Insgesamt steht Cristiano Ronaldo so aktuell bei 24 Treffern in 25 Ligaspielen - plus fünf Vorlagen. Und Dybala, der sich eigentlich vergangenen Sommer schon auf einen Abschied eventuell Richtung London (Tottenham Hotspur) vorbereitet hat und ohnehin eine herausragende Saison spielt? Der Argentinier steht bei zehn Treffern und zehn Assists in 27 Serie-A-Partien - drei Tore und eine Vorlage sind ihm dabei seit Re-Start gelückt. Schön sind seine erfolgreichen Abschlüsse dabei außerdem gewesen.

Und wenn Genuas Torwart Mattia Perin, ehemaliger Juve-Profi, nicht einen glänzenden Tag erwischt hätte, wäre gegen die Ligurier sogar ein weit höheres Ergebnis möglich gewesen.

Rekord für Buffon?

Gianluigi Buffon ist und bleibt fester Teil von Juventus Turin.

Versprüht nicht nur Spaß mit seinen Umarmungen und Gesichtsausdrücken, er hat auch weiterhin Spaß: Gigi Buffon. imago images

An diesem Samstag (17.15 Uhr, LIVE! bei kicker) steht für die Bianconeri nun das Derby della Mole gegen Stadtrivale FC Turin an, was zugleich der 150. Serie-A-Vergleich mit Torino sein wird. Der Auftrag ist klar: Juventus visiert den vierten Dreier am Stück an, um den aktuellen Vorsprung von vier Punkten auf den ärgsten und einzigen Verfolger Lazio Rom zu halten.

Dabei könnte laut Juve-Trainer Sarri mal wieder Stammtorwart Wojciech Szczesny für Gianlugi Buffon weichen. Sollte es so kommen, wäre dies für die bis 2021 bleibende Turiner Torwartlegende der 648. Einsatz in der Serie A - und damit einer mehr als der bisherige, langjährige Rekordhalter Paolo Maldini von der AC Milan absolviert hat. Früher oder später wird "Grandi Gigi" diese Marke also sicher knacken.

mag

"Grande Gigi" Buffon: Turins Tausendsassa