Nationalelf

"Bei mir gibt es kein Alter, wo es heißt, von da an ist er kein Nationalspieler mehr"

Flick beim Dienstantritt mit Ansagen und Forderungen

"Bei mir gibt es kein Alter, wo es heißt, von da an ist er kein Nationalspieler mehr"

Seit 1. August offiziell Bundestrainer: Hansi Flick.

Seit 1. August offiziell Bundestrainer: Hansi Flick. imago images/Sven Simon

Als Hoffnungsträger und bewunderter Titelsammler mit dem FC Bayern startete Flick am Sonntag gleich mal mit einem Versprechen an die Fans. "Bundestrainer ist für mich eine Verpflichtung, eine Riesenverantwortung. Ich freue mich wahnsinnig darauf. Ich werde wirklich mein Bestes geben, 'all in' dafür, dass wir wieder begeisternden Fußball spielen", sagte der 56-Jährige in einem DFB-Video, das ihn unter anderem mit Schutzhelm auf dem im Bau befindlichen DFB-Campus in Frankfurt zeigt, und kündigte an: "Wir wollen für Deutschland tollen Fußball spielen, die Leute begeistern mit offensivem Fußball." Flicks Vertrag läuft zunächst bis nach der Heim-EM 2024.

Der Nachfolger von Joachim Löw legt aber auch mit klaren Vorgaben an Spieler, Betreuerstab und den Verband los. "Jeder muss an seine Grenze gehen. Wir müssen eine Atmosphäre schaffen, diese Mannschaft zu formen", sagte Flick. Als erstes sportliches Ziel gab er bis zum Jahresende die direkte Qualifikation für die WM 2022 in Katar aus. "Für alle muss klar sein, dass wir gefordert sind in den sieben Spielen. Wir wollen als Erster die Gruppe überstehen", erklärte Flick.

Andeutung zu Müller und Hummels

Zu Personalien wie den von Löw zur EM zurückgeholten Thomas Müller (31) und Mats Hummels (32) äußerte sich der neue Chefcoach noch nicht konkret. Flick beließ es bei Andeutungen. "Klar ist, dass ich mit dem einen oder anderen Spieler gesprochen habe", sagte er. Und Flick ließ wissen: "Bei mir gibt es kein Alter, wo es heißt, von da an ist er kein Nationalspieler mehr." Es zähle alleine Qualität. Er will und wird aber auch junge Spieler fördern: Bayern-Youngster Jamal Musiala (18) und Leverkusens Florian Wirtz (18) sprach er namentlich an.

Auch Marco Reus (32), der auf eine EM-Teilnahme in Absprache mit Löw verzichtet hatte, könnte unter Flick nochmals ein DFB-Thema werden. Der 56-Jährige schätzt den Dortmunder sehr. Aus dem 26-köpfigen EM-Kader hatte nach dem Achtelfinal-Aus gegen England nur Toni Kroos (31) von Real Madrid sein Karriereende im Nationaltrikot erklärt.

Offizielle Vorstellung am 10. August

Erstmals ausführlich will Flick seine Pläne 23 Tage vor dem ersten Länderspiel skizzieren. Der DFB lud am Sonntag für den 10. August zur offiziellen Vorstellung des Bundestrainers ein, ebenfalls auf dem künftigen Campus in Frankfurt. Flick werde dann "gemeinsam mit seinem Trainerteam" einen ersten Ausblick auf die nähere Zukunft geben.

Die ersten Länderspiele mit der Nationalelf bestreitet er im September gegen Liechtenstein (2.9.) , Armenien (5.9.) und Island (8.9.) in der WM-Qualifikation. "Die Spiele gegen die vermeintlich schwächeren Mannschaften sind auch die schwierigen", mahnte Flick. Trotzdem sagt er: "Wir wissen schon, dass wir die Qualität haben müssen, die drei Gegner zu schlagen. Das Ziel sind neun Punkte." Nach der 1:2-Heimniederlage gegen Nordmazedonien im März belegt die DFB-Auswahl nach drei Spieltagen mit sechs Punkten nur Rang drei.

cfl/dpa