Frauen

Martina Voss-Tecklenburg: "Bei einigen fehlt noch etwas zu dem Niveau"

Voss-Tecklenburg unzufrieden nach Sieg über Montenegro

"Bei einigen fehlt noch etwas zu dem Niveau einer Top-Nationalspielerin"

Martina Voss-Tecklenburg

Trotz Sieg nicht angetan: Martina Voss-Tecklenburg. imago images

"Wir wissen alle, dass es kein gutes Spiel von uns war", wurde Voss-Tecklenburg nach dem 3:0 über den punktlosen Tabellenletzten aus Montenegro auf der DFB-Website zitiert. Das Hinspiel hatte ihr Team noch mit 10:0 gewonnen. Am Dienstag setzte die Bundestrainerin in Abwesenheit zahlreicher etablierter Kräfte dann auf zahlreiche junge Spielerinnen. Das Durchschnittsalter betrug gerade einmal knapp über 23 Jahre - und machte sich bemerkbar. "Wir haben gesehen, dass bei einigen noch etwas zu dem Niveau einer Topnationalspielerin fehlt", analysierte Voss-Tecklenburg schonungslos. Dies seien "wichtige Erkenntnisse".

Gegen die in allen Belangen klar unterlegenen Montenegrinerinnen (null Punkte, 1:25 Tore in der Qualifikationsgruppe) hatte sich die DFB-Elf trotz des frühen Führungstreffers nach 70 Sekunden schwergetan und wenig klare Torchancen herausgespielt. "Wir haben viel zu wenig gute Lösungen gefunden und zu viele technische Fehler gemacht", bemängelte Voss-Tecklenburg. Auch die eingewechselte Spielmacherin Dzsenifer Marozsan hatte "kein leichtes Spiel" gesehen, in dem ihr Team "oftmals die falsche Entscheidung getroffen" hatte.

Marozsan freut sich über die 100 - und denkt an Birgit Prinz

Dabei hatte Marozsan noch für einen äußerst positiven Randaspekt der Partie gesorgt. Als sie in der 53. Minute für Melanie Leupolz das Spielfeld betrat, wurde sie zur 27. Spielerin in der Geschichte der Frauen-Nationalmannschaft mit 100 Länderspielen. "Als ich vorher daran gedacht habe, bekam ich Gänsehaut", freute sich die Spielmacherin. "Am Anfang meiner Karriere habe ich das bestimmt nicht gedacht."

Eben an den Anfang ihrer Karriere gingen auch Marozsans Erinnerungen zurück. Vor knapp zehn Jahren, im Oktober 2010, hatte sie beim 2:1 über Australien ihr Debüt für die Nationalmannschaft gegeben. "Ich weiß noch, wie ich damals mit 18 Jahren für Birgit Prinz eingewechselt worden bin", so Marozsan. "Da hatte ich schon ein Kribbeln im Bauch. Ich erinnere mich daran, wie sie mir entgegen kam, um mich abzuklatschen." Im Nachhinein könnte man sagen: Eine Einwechslung wie eine Staffelstab-Übergabe.

mib

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