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"Bei Anders Vejrgang hagelt es häufig undifferenzierte Kritik"

"RBLZ Gaming"-Coach Daniel Fehr im Interview

"Bei Anders Vejrgang hagelt es häufig undifferenzierte Kritik"

Schlagkräftiges Team: "RBLZ Gaming" mit Coach Daniel Fehr (r.o.).

Schlagkräftiges Team: "RBLZ Gaming" mit Coach Daniel Fehr (r.o.). RB Leipzig

Ihr habt euch im September unter dem Namen RBLZ Gaming komplett neu aufgestellt und zuvor noch nie unter einem Banner gespielt. Gab es Startschwierigkeiten? Wie habt ihr die ersten Monate erlebt?

Daniel Fehr: Der Name RBLZ ("REBELZ") Gaming bringt genau die Dynamik mit, welche schon im Namen steckt. Er passt einfach perfekt zur eSport-Thematik. Der eSport an sich als auch das komplette RBLZ-Team ist jung und dynamisch, wodurch der Name RBLZ Gaming einfach absolut passend ist. Es gab keinerlei Startschwierigkeiten - im Gegenteil! Durch die sehr guten Leistungen all unserer Spieler von Beginn an ging der gemeinsame Weg von Tag eins an rasant nach oben. Die ersten Monate waren dementsprechend unglaublich schön. Zudem ist die Harmonie unter allen Beteiligten ein großer Schlüssel zum Erfolg.

Euer Kader kann sich mit zwei eNationalspielern, der ersten Frau in der Virtual Bundesliga und dem Mega-Talent schlechthin absolut sehen lassen: Wie coacht man solche Profis überhaupt? Kann man ihnen überhaupt noch spielerische Tipps mitgeben?

Fehr: Mit diesem Team bin ich als Coach absolut gesegnet - das steht außer Frage. Der Großteil des Coachings liegt in Analysen und auf der mentalen Ebene. Die Spieler werden vor den Spieltagen auf den kommenden Gegner vorbereitet, um ihnen immer einen Schritt voraus zu sein. Meine Spieler befinden sich auf einem so hohen Niveau, bei welchem spielerisch nur noch an kleinen Schrauben gedreht werden muss.

Anders ist aktuell natürlich einem riesigen Druck der Öffentlichkeit ausgesetzt.

Daniel Fehr

Gerade Anders Vejrgang gilt als DER Überflieger in FIFA 21 schlechthin. Kannst du als Coach überhaupt noch Einfluss auf sein Spiel nehmen? Und wie sieht es auf mentaler Ebene aus? Der 15-Jährige steht ja aktuell im medialen Fokus.

Fehr: Anders ist aktuell natürlich einem riesigen Druck der Öffentlichkeit ausgesetzt. Jede Kleinigkeit, die nicht so läuft, wie es sich die Community oder andere Menschen wünschen, wird auf die Goldwaage gelegt und es hagelt häufig undifferenzierte Kritik. Hierzu bekommt er nicht nur von mir, sondern auch von RBLZ, unserem Management KiNG eSports und seiner Familie Unterstützung. An seinem Spielstil muss man nicht viel verändern - hierbei liegt der aktuelle Fokus bei der mentalen Unterstützung.

Der aktuelle FIFA-21-Patch hat das Gameplay stark verändert. Fiel es euch schwer, euch auf das neue Spielgefühl einzustellen?

Fehr: In der ersten Woche nach dem "Big-Patch" mussten sich die Spieler natürlich erstmal umgewöhnen. Es mussten beispielsweise anstatt des Übersteigers andere erfolgsversprechende Aktionen in das Spiel integriert und dementsprechend ein Plan B entwickelt werden. Aber wenn wir uns die aktuellen Ergebnisse der Spieler anschauen, können wir sagen 'Ja, wir kommen nach dem Patch sehr gut mit dem Spiel zurecht.'

In der VBL Club Championship steht ihr aktuell auf Platz 1 in der Division Süd-Ost. Was glaubst du ist nötig, um auch am Ende der Saison auf dem Spitzenplatz der Tabelle zu stehen?

Fehr: Ich denke, dass neben der Professionalität und dem Ehrgeiz von Richard und Umut vor allem die Harmonie untereinander ein großer Schlüssel zum Erfolg sein wird. Man kann sich das Verhältnis zwischen den beiden so vorstellen, als wäre Kapitän Richard der große Bruder von Umut. Die beiden sind wie eine Familie. Dieses Gefühl hat man zu jeder Sekunde, wenn man die beiden zusammen sieht. Das Miteinander kann am Ende im 2vs2 die entscheidende Komponente sein.

Natürlich ist auch der FIFA-eSport von COVID-19 nicht verschont geblieben, alle Turniere finden aktuell online statt. Macht es einen Unterschied, ob ihr auf einem Event spielt oder via Internet antretet? Und hoffst du, zukünftig wieder zu Offline-Events zurückkehren zu können?

Wir freuen uns auf viele gemeinsame Offline-Events. Die Anspannung ist bei einem Offline-Event einfach anders. Man merkt das Adrenalin und kann sich im Teamgefüge zur Höchstleistung motivieren.

Interview: Philipp Briel

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