Bundesliga

Behörden: Keine Corona-Infektionen bei Hertha- und Union-Heimspielen nachweisbar

Massive Einschränkungen ab November

Behörden: Keine Corona-Infektionen bei Hertha- und Union-Heimspielen nachweisbar

Künftig wieder ohne: Die Zuschauer müssen im November daheim bleiben.

Künftig wieder ohne: Die Zuschauer müssen im November daheim bleiben. imago images

Nicht alle Corona-Infektionen lassen sich nachverfolgen und einem konkreten Anlass und Ort zuordnen, zumal die Infektionszahlen zuletzt stark gestiegen sind. In Bezug auf die Heimspiele von Hertha BSC lässt sich aber immerhin festhalten, dass "wir keine Erkenntnis haben, dass sich jemand auf dem Weg zu einem Spiel von Hertha BSC oder im Olympiastadion angesteckt hätte. Da sagen die Infektionsketten, die wir überblicken können, dass es keine Infektion gegeben hat." Das teilte Detlef Wagner am Mittwoch dem kicker mit.

Der Bezirksstadtrat für Soziales und Gesundheit im für Hertha BSC zuständigen Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf verwies auf die sehr gute Verkehrsanbindung des Olympiastadions und das Fassungsvermögen von 74.475 Plätzen. Angesichts der Kapazitäten der Arena und des ÖPNV sollte - bei einer Freiluftveranstaltung - eine Kulisse von lediglich 4000 Zuschauern, die zuletzt bei Heimspielen von Hertha BSC möglich war, handelbar sein. "Von Seiten des Gesundheitsamtes wären 5000 Teilnehmer bei Veranstaltungen im Olympiastadion eigentlich nichts", bestätigte Wagner.

Die Berliner Corona-Verordnung hatte zuletzt bei Freiluftveranstaltungen bis zu 5000 Teilnehmer erlaubt (zu den Teilnehmern zählen auch die Mannschaften, Ordner, Pressevertreter, etc.). Am Dienstag hatte der Senat angekündigt, "die Personenobergrenzen für Veranstaltungen auf 500 Personen im Freien und 300 Personen in Innenräumen" herabzusetzen. "Nach Prüfung eines Hygienekonzepts durch die zuständige Senatsverwaltung kann diese Beschränkung geändert oder aufgehoben werden", hieß es weiter. Dazu Wagner: "Wenn es irgendeine Möglichkeit gibt, mehr Zuschauer zuzulassen, würde unser Gesundheitsamt das tun."

Dass die Anhänger von Herthas Stadtrivalen 1. FC Union zuletzt beim Heimspiel der Eisernen gegen den SC Freiburg (1:1) aufgrund des Verbotes von Fan-Gesängen und Sprechchören ihre Mannschaft mit Pauken, Ratschen und anderen Utensilien nonverbal angefeuert hatten, lobte der 52-Jährige. "Ich fand die Idee der Union-Fans gut. Die Küchengeräte waren doch super", so Wagner, der in dem Zusammenhang bemerkte: "Hin und wieder sollte man auf die Eigenverantwortung der Menschen setzen."

Bürgermeister zu Kultur- und Profisport-Veranstaltungen: "Kein erhöhtes Infektionsrisiko"

Die Entscheidungsträger in der Bundes- und Landespolitik setzen, wie sich am Mittwoch bei der Sitzung von Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten zeigte, hingegen auf massive Einschränkungen ab November. Die betreffen auch den 1. FC Union. Auch hier teilte - wie im Falle von Hertha BSC - die zuständige Behörde mit, dass "dem Gesundheitsamt Treptow-Köpenick bislang keine Informationen und Befunde dazu vorliegen", dass es bei Heimspielen der Eisernen zu Corona-Infektionen gekommen ist.

Noch in der vergangenen Woche hatte auch Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller zu Kultur- und Profisport-Veranstaltungen erklärt, dass "unsere Erkenntnis bisher ist, dass von diesen geordneten Veranstaltungen mit entsprechenden Regeln, die auch sehr streng eingehalten werden, kein erhöhtes Infektionsrisiko ausgeht". Zudem hatte der SPD-Politiker geurteilt: "Nach heutigen Erkenntnissen können wir diese Dinge weiter zulassen." Sieben Tage später ist davon keine Rede mehr.

Jan Reinold