2. Bundesliga

Dynamo Dresden: Sportchef Becker hat ambitionierte Ziele

Dresdens Sportchef hat große Ziele mit dem Traditionsverein

Becker: "Rückschritte gehören zu einer Entwicklung dazu"

Soll die sportlichen Geschicke bis mindestens 2025 leiten: Dresdens Geschäftsführer Ralf Becker.

Soll die sportlichen Geschicke bis mindestens 2025 leiten: Dresdens Geschäftsführer Ralf Becker. imago images/Picture Point

Im Juli 2020 war Becker angetreten, um den gerade in die 3. Liga abgestiegen Traditionsverein zum Wiederaufstieg zu führen - binnen zwei Jahren. Schon im ersten Jahr war das Ziel erreicht. Doch nach einem guten Saisonstart sind die Sachsen zuletzt ins Straucheln geraten."Wir wissen um unsere Rolle als Aufsteiger", betont Becker im kicker-Gespräch. "Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass ein Aufsteiger zehn Punkte aus den ersten fünf Spielen holt. Drei Punkte aus den fünf folgenden Partien verdeutlichen das. Wenn man sich vor Augen führt, dass fünf der insgesamt sieben Aufsteiger aus den letzten drei Jahren bereits wieder abgestiegen sind, wird deutlich, wie viel Aufwand man betreiben muss, um sich nachhaltig in der 2. Liga zu etablieren."

Ambitionierte Ziele - bis 2025

In der 2. Liga etablieren, genau darum geht es aktuell. Doch langfristig wollen sich der 51-Jährige und der Klub damit nicht zufrieden geben, die gemeinsame Zusammenarbeit wurde erst Anfang Oktober bis 2025 ausgeweitet. "Das Ende meiner Vertragslaufzeit soll schon der Zeitpunkt sein, an dem wir auch in dieser Liga ambitioniertere Ziele ausrufen können", kündigt der Sportchef an. Doch was heißt das konkret? "Der Verein muss sich Schritt für Schritt auf allen Ebenen entwickeln. Das geht selten linienförmig. Rückschritte gehören zu einer Entwicklung dazu. Diesen Prozess möchte ich begleiten", erklärt Becker.

Ein Vertrag auch für die 3. Liga? Das wäre für mich kein gutes Zeichen.

Ralf Becker

Für die 3. Liga gilt das neue Arbeitspapier nicht. Gleichbedeutend mit einer Trennung für den Fall des Abstiegs ist die vertragliche Konstellation aber nicht, wie Becker betont. "Das heißt nur, dass es für mich kein gutes Zeichen wäre, das in den Vertrag aufzunehmen. Ich habe dem Aufsichtsrat meine Ziele, Pläne, und Visionen erläutert, und für die möchte ich in die Verantwortung genommen werden. Das heißt nicht, dass ich nach einem Abstieg nicht mehr an unser gemeinsames Projekt glauben würde. Es gehört sich aber, dass man erneut miteinander spricht, wenn ein Ziel verfehlt wird. Aber ich bin überzeugt davon, dass es so weit nicht kommen wird."

Eine zeitnahe Trendwende vom Team um Trainer Alexander Schmidt wäre diesen Plänen zuträglich. Etwas Bundesliga-Atmosphäre darf aber bereits am kommenden Wochenende geschnuppert werden, wenn die Dresdner am Samstagabend (20.30 Uhr, LIVE! bei kicker) auf Schalke antreten. Doch auch der Ausgang dieser Partie dürfte Beckers Gemütszustand nicht groß verändern, die Pläne bleiben langfristig orientiert - und da sieht der Geschäftsführer Potenzial. 

"Ehrgeizige Ziele haben sich nicht immer auf dem Platz widergespiegelt"

"Wir haben hier in Dresden eine wahnsinnig treue Fanszene, eine gute Sponsorenbasis - wir machen uns gemeinsam auf den Weg", betont Becker, der zugleich aber auch an die Bescheidenheit appelliert: "Eine meiner Aufgaben ist es auch, unseren Weg bestmöglich zu kommunizieren. Man darf einfach nicht vergessen, dass wir vor etwas mehr als 25 Jahren (1994/95) zum letzten Mal in der Bundesliga waren. In den vergangenen fünfzehn Jahren fand man uns leider häufig in der 3. oder 4. Liga. Tradition und ehrgeizige Ziele haben sich nicht immer auf dem Platz widergespiegelt. Nichtsdestotrotz wollen wir diesen Sprung zurück in die Zukunft angehen."

Lucas Böhme/MK

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