Bundesliga

Becker motzt und liefert - "Genau die Antwort, die du als Trainer sehen willst"

Union-Stürmer trifft und erntet Lob von Urs Fischer

Becker motzt und liefert - "Genau die Antwort, die du als Trainer sehen willst"

Schrieb gegen Wolfsburg sportliche Schlagzeilen: Union-Stürmer Sheraldo Becker.

Schrieb gegen Wolfsburg sportliche Schlagzeilen: Union-Stürmer Sheraldo Becker. picture alliance/dpa

Vor zwölf Tagen hatte Sheraldo Becker deutlich kundgetan, dass er mit seinem aktuellen Status im Kader des 1. FC Union Berlin nicht glücklich ist. "Ich bin kein guter Joker, ich bin ein guter Spieler. Ich weiß, was ich für die Mannschaft tun kann", hatte der niederländische Flügelstürmer mit Blick auf seine Rolle als Einwechselspieler gesagt, "deswegen ist es frustrierend, auf der Bank zu sitzen".

Er sei, so Becker, der in der vergangenen Spielzeit ein Faktor im Spiel der Eisernen war, "nicht hier hergekommen, um auf der Bank zu sitzen. Ein Spieler mit meinen Qualitäten muss in meinen Augen spielen."

Becker lässt seinen Worten Taten folgen

Seit seinen deutlichen Worten hat sich an Beckers Status nicht wirklich etwas geändert. Auch gegen den VfL Wolfsburg musste der pfeilschnelle Flügelstürmer zunächst auf der Bank Platz nehmen, ehe er von der 72. Minute an Max Kruse ablöste. Beckers Darbietung nach seiner Einwechselung dürfte seine Chancen, bald wieder häufiger von Beginn an zu spielen, durchaus erhöht haben. In der 83. Minute traf Becker per Kopf zum 2:0 und sorgte so dafür, dass die Partie endgültig in Richtung Unions kippte, und in der 90. Minute hätte er beinahe noch das 3:0 erzielt, scheiterte aber frei vor VfL-Keeper Koen Casteels.

Ich bin glücklich, dass ich ein Tor geschossen habe.

Sheraldo Becker

Doch auch so war der 26-Jährige zufrieden mit seinem Arbeitstag. "Ich bin glücklich, dass ich ein Tor geschossen habe", sagte Becker über seinen ersten Pflichtspieltreffer in der laufenden Spielzeit. Dass er auch noch per Kopfball traf, was nicht gerade zu seinen Paradedisziplinen zählt, dürfte das Glücksgefühl noch verstärkt haben. "Ich wusste, dass er mich gesehen hat und den Ball auf den zweiten Pfosten chippen wird", sagte der 1,80 Meter große Profi über die Vorarbeit seines Kollegen Andreas Voglsammer.

Vierte Torbeteiligung im siebten Spiel

Mit seinem Tor bestätigte Becker erneut, dass er zur Stelle ist, wenn er gebraucht wird. Der Treffer gegen Wolfsburg war in seinem siebten Pflichtspiel-Einsatz in dieser Saison bereits seine vierte Torbeteiligung. Zuvor hatte der Nationalspieler von Suriname (fünf Einsätze bislang) im Ligaspiel gegen Arminia Bielefeld (1:0) sowie in den Europa-Conference-League-Partien bei Slavia Prag (1:3) und gegen Maccabi Haifa (3:0) jeweils ein Tor vorbereitet.

Er ist nicht richtig zufrieden mit seiner Situation, aber wenn er gefragt ist und er auf den Platz kommt, dann ist er da.

Urs Fischer

Seinen direkten Vorgesetzten hat Becker mit seiner entscheidenden Aktion gegen Wolfsburg sehr zufrieden gemacht. "Damit kann ich auch gut umgehen", sagte Union-Coach Urs Fischer über Beckers Einlassungen vor zwölf Tagen. Und mit Blick auf Beckers Treffer fügte Fischer hinzu: "Das ist genau die Antwort, die du als Trainer sehen willst. Er ist nicht richtig zufrieden mit seiner Situation, aber wenn er gefragt ist und er auf den Platz kommt, dann ist er da."

So wünsche sich das ein Trainer, so der Schweizer weiter. Becker wird sich derweil wünschen, vielleicht im nächsten Spiel am Donnerstag in der Europa Conference League bei Feyenoord Rotterdam (18.45 Uhr, LIVE! bei kicker) von Beginn an spielen zu dürfen. Er sagt: "Ich arbeite hart, ich trainiere hart. Meine Chance wird kommen."

Andreas Hunzinger

Bilder zur Partie 1. FC Union Berlin - VfL Wolfsburg