Bundesliga

Bebou zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Hoffenheims Stürmer lässt noch zu viele Chancen liegen

Bebou zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Hoffenheims Ihlas Bebou ärgert sich über eine vergebene Chance bei Union Berlin.

Hoffenheims Ihlas Bebou ärgert sich über eine vergebene Chance bei Union Berlin. picture alliance

Solange eine Mannschaft zu Torchancen kommt, ist grundsätzlich noch alles in Ordnung in Sachen Spielanlage, Einsatz und Zusammenhalt. So gesehen ist bei Ihlas Bebou alles in Butter. Denn Hoffenheims Stürmer kommt nicht nur permanent in beste Abschlusssituationen, er trifft sogar regelmäßig. Dreimal allein in den jüngsten vier Ligaspielen. Um ein Haar hätte der 26-Jährige auch am Sonntag bei Union Berlin (1:1) erstmals in seiner Karriere im vierten Ligaspiel nacheinander eingenetzt. Chancen hatte der Togoer wieder reichlich. Alles in Butter also?

Bebous Chancen sind häufig Hochkaräter

Keineswegs. Denn es sind nicht eben Fifty-fifty-Gelegenheiten, die sich Bebou bieten, sondern häufig Hochkaräter. Die der wieselflinke, aber vor dem Tor noch zu fahrige Angreifer zu oft ungenutzt lässt. Addiert man diese Großchancen kommt man allein in den letzten fünf Bundesligaspielen auf acht ungenutzte Abschlüsse in besten Positionen. Zwei ließ Bebou in München liegen, scheiterte einmal aus kurzer Distanz an Manuel Neuer, später musste er eigentlich nur noch einnicken, traf den Ball aber per Kopf aber nicht richtig.

Auch beim 2:2 in Dortmund tauchte er gleich dreimal alleine vor BVB-Schlussmann Hitz auf, dreimal erfolglos. Dagegen erzielte er seinen Treffer reichlich kurios, als er von Hitz angefaustet wurde und den Ball eher zufällig versenkte. Ähnlich kurios fiel der Ausgleich bei Union am Sonntagnachmittag, wieder war Bebou mitten drin im Geschehen, diesmal faustete der gegnerische Keeper Loris Karius aber Mitspieler Nico Schlotterbeck verhängnisvoll an. Und erneut fand sich Bebou in diesem Spiel dreimal in Eins-gegen-eins-Situationen mit Berlins Schlussmann wieder. Einmal verkürzte der frühere Liverpooler reaktionsschnell den Winkel und riss seine Arme gerade noch rechtzeitig hoch. Zweimal chippte Bebou den Ball über Karius hinweg Richtung Tor. Zweimal aber nicht hinein. Erneut ließ die TSG zwei Punkte liegen, die aufgrund der Spieldominanz und Chancen folgerichtig gewesen wären.

Bebou selbstkritisch: "Ich muss es einfach besser machen"

"Ich muss es einfach besser machen", erkannte Bebou nachher selbstkritisch und nahm sich und seine Kollegen in die Pflicht: "Wir müssen uns als Stürmer besser konzentrieren und vor dem Tor klar bleiben, dann kommt das auch wieder." So aber blieben Bebou und die TSG erneut im wahrsten Sinne unter ihren Möglichkeiten. "Mit dem Punkt sind wir nicht unbedingt glücklich", ärgerte sich nicht nur Bebou, "es war ein Kampfspiel, wir wollten unbedingt gewinnen, wir haben alles versucht, aber am Ende den Sieg verpasst." Trotz bester Chancen.

Michael Pfeifer

Bilder zur Partie 1. FC Union Berlin - TSG Hoffenheim