Bundesliga

Bayer Leverkusens dreifache Freude über Kai Havertz' Triumph

Leverkusen profitiert von Chelseas Champions-League-Titel

Bayers dreifache Freude über Havertz' Triumph

Bissfest: Kai Havertz mit seiner Champions-League-Medaille.

Bissfest: Kai Havertz mit seiner Champions-League-Medaille. imago images

Das Finale von Porto haben sie in Leverkusen aufmerksam verfolgt. Weil es den Höhepunkt des Fußballjahres auf Vereinsebene darstellt. Und weil einer ihrer Sprösslinge dort eine wichtige Rolle innehatte, wenn nicht sogar der Hauptdarsteller war: Chelseas Kai Havertz. So erklärte Sportdirektor Simon Rolfes am Sonntag: "Wir freuen uns total für ihn und sind stolz, dass er diesen Weg gegangen ist."

Schneller als erwartet. So schnell, wie der erst 21-jährige Havertz bislang alle Schritte in seiner atemberaubenden Karriere nahm. Schon ein Jahr nachdem Leverkusens früherer Topstar Bayer verlassen hatte, erklomm er den europäischen Fußballthron.

Spielersteckbrief Havertz
Havertz

Havertz Kai

Dabei verlief sein Start in London alles andere als optimal. Havertz drückte wiederholt die Bank, fing sich zudem noch eine COVID-19-Infektion ein. Ein Einstand nach Maß waren die ersten Monate für den deutschen Nationalspieler nicht. Doch Rolfes stellt anerkennend fest: "Am Anfang hatte er zu kämpfen und hat sich dann durchgesetzt. Gestern das Spiel mit seinem Tor war die Krönung."

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Hauptrolle kam nicht von Ungefähr

Havertz' Hauptrolle beim Triumph in Porto kam nicht nur für Rolfes alles andere als aus dem Nichts. "Das hatte sich zuletzt schon angedeutet: Gegen Real im Halbfinale war er der spielbestimmende Spieler und hatte nur mit einem Tor Pech gehabt", sagt Rolfes. Im Rückspiel hatte Havertz erst mit einem Lupfer die Latte getroffen, so dass Timo Werner zum 1:0 abstauben konnte, später war er alleine vor dem Tor an Madrids Thibaut Courtois gescheitert.

Rundum endete die für Chelsea und Havertz so zäh gestartete Saison mit Champions-League-Qualifikation und Titel optimal: "Das ist super, fantastisch", so Rolfes, der sich auch über zwei positive Effekte des Havertz-Triumphs für Bayer 04 freut.

Leverkusens Ruf als Ausbildungsklub gestärkt

Simon Rolfes

Freut sich aus diversen Gründen über Havertz' Erfolg: Simon Rolfes. imago images

Die Werkself ist jetzt gemeinsam mit dem VfB Stuttgart der Klub nach Bayern München, der in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren die beste Vorarbeit zu Titelgewinnen in der Königsklasse leistete. Spieler, die bis zum 21. Lebensjahr beim VfB bzw. Bayer ausgebildet wurden, holten seitdem neun Titel in der Champions League.

Beim VfB, der dank der aktuellen Sieger, Antonio Rüdiger und Timo Werner, mit Bayer gleichzog, verteilen sich die neun Titel auf neun Akteure, bei Bayer sind es mit Toni Kroos, Daniel Carvajal (beide Real) und dem aktuellen Titelgewinner Havertz drei. Bayers Status als Ausbildungsklub für Toptalente wurde durch Havertzs Erfolg unterstrichen.

Dass es verschiedene Boni gibt, ist kein Geheimnis. Kais Erfolg ist auch für uns positiv.

Simon Rolfes

Und auch finanziell lohnt sich Chelseas Sieg für Bayer 04. "Dass es verschiedene Boni gibt, ist kein Geheimnis. Kais Erfolg ist auch für uns positiv", sagt Rolfes, ohne die Höhe der Sonderzahlungen preiszugeben, die in dem Transfervertrag im Sommer 2020 vereinbart wurden. Damals wurden zu etwa 80 Millionen fixer Transfersumme noch wahrscheinliche Boni (die etwa an Einsätzen von Havertz hängen) von etwa zehn Millionen Euro und unwahrscheinliche in etwa selber Höhe festgeschrieben.

Die Qualifikation für die Königsklasse durch Platz 4 in der Premier League sowie nun der Titelgewinn gehören zu den Boni, die nicht als solche eingeordnet wurden, die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit fließen. Diese beiden dürften schon im ersten Jahr nach Havertz' Abschied mit mehr als fünf Millionen Euro zu Buche schlagen.

Stephan von Nocks

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