Bundesliga

Bayern: Neuer Schwung, alte Sorgen

München: 28 Tore in fünf Heimspielen

Bayern: Neuer Schwung, alte Sorgen

Kapitän Mark van Bommel und Franck Ribery

Drehten die Partie gegen die "Wölfe": Kapitän Mark van Bommel und Franck Ribery. imago

Mit einer spektakulären zweiten Halbzeit drehten die Münchner am Samstag eine Partie, die, so Manager Uli Hoeneß, "schon fast aussichtslos erschien". Wieder aufgebaut durch das - allerdings irreguläre - 1:2 des starken Franck Ribery kurz vor der Pause, angestachelt durch eine feurige Kabinenansprache Klinsmanns und besser aufgestellt durch einige taktische Änderungen ließen die Bayern die vor der Pause durch die Arena schallenden Pfiffe verstummen und feierten den dritten Erfolg binnen einer Woche.

"Jetzt sieht die Welt schon ganz anders aus als noch vor 14 Tagen", sagt Hoeneß. Die Herbstmeisterschaft, von der Vereinsführung als nächstes Etappenziel ausgerufen, scheint wieder greifbar. "Wir haben wieder einen Schritt nach vorne gemacht", sagt Kapitän Mark van Bommel. "Aber wir sind noch nicht da, wo wir hinwollen." Und Hoeneß ergänzt: "Wenn wir am Mittwoch in Frankfurt und dann gegen Bielefeld gewinnen, sind wir sicherlich unter den ersten Drei."

Die Bayern auf dem Weg nach oben - über den Berg freilich sind sie noch nicht. Zu eklatant lange Zeit auch am Samstag die Defensivschwächen, die sich nun schon durch die ganze Saison ziehen: In den fünf Bundesliga-Heimspielen unter Klinsmann fielen sage und schreibe 28 Tore - 15 für die Bayern, 13 gegen sie. Die beste Abwehr der vergangenen Saison (21 Gegentore in 34 Spielen) wackelt nach wie vor bedenklich; in der Viererkette erreichte am Samstag allein Martin Demichelis Normalform, der sich eine bessere Beurteilung durch seine höchst ungeschickte Grätsche vor dem Elfmeter verdarb. So hatten es die Bayern Michael Rensing zu verdanken, dass sie "nur" zwei Treffer kassierten - ganz stark die Parade des Torhüters im Eins-gegen-Eins gegen Santana (15.). "Wenn man so viele Gegentore kriegt und so viele Chancen zulässt", sagt Hoeneß, "muss man etwas tun und eine andere Einstellung zeigen."

Klarer Fall: Nicht immer geht das unterhaltsame Spiel mit dem Feuer so gut aus wie in den drei Spielen der abgelaufenen Woche.