Bundesliga

Bayern-Schreck Burkardt und der "Flow"

Dem Youngster vom FSV Mainz 05 liegen die Top-Klubs

Bayern-Schreck Burkardt und der "Flow"

Treffsicher gegen den FC Bayern: Jonathan Burkardt vom FSV Mainz 05.

Treffsicher gegen den FC Bayern: Jonathan Burkardt vom FSV Mainz 05. Getty Images

Dass Bemerkenswerte an den Treffern des 20-Jährigen Eigengewächses, das im Alter von 14 Jahren von Darmstadt 98 nach Mainz wechselte: Sie gelangen allesamt gegen Topteams der Liga. Eines in Dortmund beim sensationellen 2:0-Erfolg am 32. Spieltag der Vorsaison. Und zwei in der laufenden Spielzeit gegen Branchenprimus FC Bayern. Also: Beim 2:5 im Hinspiel in der Allianz-Arena und vergangenen Samstag bei der nächsten ganz großen FSV-Überraschung: Dem 2:1 auf eigenem Platz.

Als "etwas komisch", empfinde er das ja selbst, räumt Burkardt im aktuellen Newsletter des Klubs ein, hat aber gleichwohl auch einen fachlichen Erklärungsansatz parat: "Vielleicht kommt es mir entgegen, dass beide Mannschaften sehr hoch verteidigen und somit viel Platz hinter der Kette entsteht. So kann ich meine Schnelligkeit und meine tiefen Laufwege etwas besser nutzen."

Das Eigengewächs hat körperlich zugelegt

Allerdings fügt der U-21-Nationalspieler freimütig an: "Es war auch sehr viel Zufall dabei." Und nicht zuletzt verbindet er die Bestandsaufnahme durchaus auch mit klarer Selbstkritik: "Ich hätte natürlich gerne noch ein paar Tore mehr gemacht - auch gegen kleinere Mannschaften." Positiv verläuft Burkardts Gesamtentwicklung dennoch ohne Frage. Nach acht Einsätzen in der Vorsaison, davon drei in der Startelf, durfte er in der laufenden Runde bereits 28 Mal mitmischen und davon 15 Mal beginnen. "Ich bin körperlich stabiler geworden und finde mich einfach besser zurecht auf diesem Niveau", führt der Blondschopf als Begründung ins Feld." Und schlussfolgert: "So kann es weitergehen."

"Wir rechnen nicht, wie viele Punkte wir noch brauchen"

Das gilt natürlich erst Recht fürs gesamte Team: "Wir haben es geschafft, einen Flow herzustellen", sagt Burkardt mit Blick auf die zurückliegenden erfolgreichen Wochen, "das hilft uns, diesen Abstiegskampf mit Spaß zu bestreiten und Freude am Spielen zu haben." Zugleich bleibe der Fokus scharf gestellt, selbst wenn manche Beobachter die Rheinhessen praktisch schon gerettet wähnen. "Wir rechnen uns nicht aus, wie viele Punkte wir noch brauchen, um in der Liga zu bleiben, gucken weiter von Spiel zu Spiel."

Die Nachholpartie gegen Hertha am Montag könnte im besten Fall vorentscheidenden Charakter besitzen. Burkardt mahnt indes: "Das wird ein ganz anderes Spiel als gegen die Bayern, sehr kampfbetont, sehr intensiv. Wir brauchen Geduld, gehen aber mit einem total positiven Gefühl ins Spiel." Der Zeitpunkt für den nächsten Burkardt-Treffer wäre nicht schlecht gewählt. Zumindest dem Namen nach ist schließlich auch Hertha BSC nach wie vor ein großer Klub.

Thiemo Müller