DFB-Pokal

Bremer SV: "Bayern? Leverkusen wäre meine erste Option gewesen"

BSV-Trainer Eta über viele Nachrichten und einen Nagelsmann-Wunsch

"Bayern? Leverkusen wäre meine erste Option gewesen"

Treffen im DFB-Pokal aufeinander: Julian Nagelsmann (li.) und Benjamin Eta (hier eine Aufnahme von 2016).

Treffen im DFB-Pokal aufeinander: Julian Nagelsmann (li.) und Benjamin Eta (hier eine Aufnahme von 2016). imago images (2)

Plötzlich kam für Benjamin Eta alles zusammen. Er verfolgte nicht nur an seinem 41. Geburtstag eine DFB-Pokal-Auslosung, für die sich "sein" Bremer SV als letzter Teilnehmer und Fünftligist qualifiziert hatte. Auf einmal bescherte ihm Thomas Broich auch noch den FC Bayern als Erstrundengegner.

Aus einer "ganz entspannten" Runde mit seinen Spielern wurde "eine phänomenale Party", die Eta zum Teil am Handy verbrachte. "Als ich die ersten 100 bis 150 WhatsApp-Nachrichten durchgeschaut und beantwortet hatte, waren immer noch 250 übrig", erzählt er am Montag im Interview auf der DFB-Website. "Und da sind Facebook und Instagram noch nicht mal mitgezählt."

"Bis nachts um 3 Uhr" sei er mit seinem Handy beschäftigt gewesen, "doch am frühen Morgen waren es schon wieder 80 Nachrichten. Klar, einige wollten mir auch zum Geburtstag gratulieren. Bei den meisten ging es allerdings ums Bayern-Spiel." Etwas Größeres haben schließlich beide noch nicht erlebt: Eta und der Bremer SV, den er seit Juli 2020 betreut.

Wir wollen dafür sorgen, dass Julian am Spielfeldrand vielleicht auch mal laut werden muss.

Benjamin Eta

Die Bayern waren bestimmt auch sein Wunschlos, oder? "Es hört sich als geborener Hamburger vielleicht komisch an: Aber schon seit meiner frühesten Jugend bin ich Fan von Bayer 04 Leverkusen. Das Team hat mich begeistert, als ich mal mit sechs Jahren ein Spiel beim HSV im Volksparkstadion verfolgt hatte. Von daher wäre Bayer 04 schon meine erste Option gewesen. Aber wenn es schon Leverkusen nicht wird, dann darf es auch gerne Bayern München sein", lacht Eta.

Julian Nagelsmann hält er "schon jetzt" für den besten Trainer in Deutschland, er bewundert ihn, seit er bei einem Trainerkongress einen seiner Vorträge gehört hat. Und so sagt Eta: "Fast noch mehr als auf das Spiel würde ich mich auf einen Plausch von fünf oder zehn Minuten mit Julian Nagelsmann freuen."

Bei dessen Pflichtspielpremiere als Bayern-Trainer will der Bremer SV Nagelsmann zumindest ein wenig in Wallung bringen. "Wir werden jetzt auch nicht anfangen, von einer Sensation zu reden", aber "wir wollen schon dafür sorgen, dass Julian am Spielfeldrand vielleicht auch mal laut werden muss und sein Team gefordert wird. Das ist unser Ziel."

Umzug ins Weserstadion? "Müssen wir uns schon gut überlegen"

In welchem Stadion der BSV Bayern empfängt, ist noch unklar, auch ein Umzug ins Weserstadion steht im Raum. "Der Verein wird in Zusammenarbeit mit dem DFB entscheiden, was für uns die beste Lösung ist - auch vor dem Hintergrund der nach wie vor gültigen Corona-Regeln", so Eta. "Da müssen wir uns schon gut überlegen, ob es sich rechnet, das Weserstadion anzumieten. Mein persönlicher Wunsch wäre es aber schon, dass wir zumindest in Bremen bleiben können: Entweder bei uns am Panzenberg, im Weserstadion oder vielleicht auch auf dem dortigen 'Platz11', der ja immerhin drittligatauglich ist."

Am 17. Juli und damit rund drei Wochen vor dem Bayern-Highlight will der BSV nach der kraftraubenden DFB-Pokal-Qualifikation mit fünf Spielen in 13 Tagen wieder ins Mannschaftstraining zurückkehren. "Das muss dann für die Bayern reichen", sagt Eta. Das eigentliche Saisonziel, der Aufstieg in die Regionalliga Nord, wird erst danach ins Auge gefasst. "Das ist für uns sogar noch wichtiger als ein Duell mit dem FC Bayern München."

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jpe

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