Bundesliga

Baumgarts Klartext zu Diehl: "Warum lehnst du uns ab?"

FC-Trainer will degradierten Stürmer im Winter nicht abgeben

Baumgarts Klartext zu Diehl: "Warum lehnst du uns ab?"

Justin Diehl trifft derzeit nach Belieben - aber nicht für die Mannschaft von Steffen Baumgart.

Justin Diehl trifft derzeit nach Belieben - aber nicht für die Mannschaft von Steffen Baumgart. imago images (2)

Am Freitagabend, wenn der 1. FC Köln beim SV Darmstadt antritt, könnte Justin Diehl für den FC zum entscheidenden Mann werden - nur einmal mehr nicht in der Bundesliga, sondern in der Regionalliga West. Eine Stunde vor dem Anpfiff des Kellerduells am Böllenfalltor empfängt Torjäger Diehl mit der zweiten Mannschaft Stadtrivale Fortuna zum Spitzenspiel drei Ligen tiefer.

Weil er seinen 2024 auslaufenden Vertrag nicht verlängern wollte, hatten die Kölner Diehl im Sommer aus dem Profikader verbannt, obwohl sie gerade in der Offensive jede Hilfe gebrauchen könnten. Ist die Tür für den 19-jährigen U-20-Nationalspieler, der in 17 Regionalligaspielen elfmal traf, endgültig zu?

"Ich möchte ihn gerne zu einem Bundesligaspieler ausbilden - aber nicht für ein halbes Jahr"

"Die Tür war nie zu", betonte Steffen Baumgart, als ihm auf der Pressekonferenz am Mittwoch genau diese Frage gestellt worden war. "Ich habe immer den Eindruck, dass man das Gefühl hat, dass wir die Partei sind, die die Tür zugemacht hat. Wir haben überhaupt nichts zugemacht." Das sei vielmehr die Partei Diehl gewesen.

Steffen Baumgart (Trainer 1. FC K?ln)

Pressekonferenz 1. FC K?ln; Geissbockheim, 29.11.2023

Baumgarts Ansage an degradierten Diehl: "Du musst das auch wollen"

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"Das ist ein Junge, der zwölf Jahre in diesem Verein gespielt hat, der in dieser Stadt geboren wurde, der vom allerersten Tag, meiner allerersten Trainingseinheit als Cheftrainer dabei war. Ich glaube, dass wir ihm mehr als genug Möglichkeiten gegeben habe, bei uns zu trainieren, bei uns zu machen. Und es gibt ein ganz klares Statement, dass er im nächsten Jahr nicht mehr mit uns arbeiten möchte. Also stellt sich die Frage: Warum möchte er in seiner Heimatstadt, in seinem Verein, in dem er groß geworden ist, nicht arbeiten, nicht Bundesligaspieler werden? Wenn du dieses Standing hast - und er hat bei uns ein sehr, sehr großes Standing: Warum lehnst du uns ab?", sagte Baumgart.

"Warum muss ich mich dafür entschuldigen, ihn nicht dazuzunehmen?", fragte der Chefcoach. "Ich möchte ihn in meiner Mannschaft haben und ihn gerne zu einem Bundesligaspieler ausbilden. Aber nicht für ein halbes Jahr. Und das kann sich auch jeder vorstellen. Wir würden gerne mit ihm weiterarbeiten. Das musst du zulassen. Und das Zulassen bedeutet nicht, dass du ein halbes Jahr als Gast bei mir mitarbeitest. Da kümmere ich mich dann lieber um Max Finkgräfe, Damoin Downs, Meiko Wäschenbach, die ganz klar sagen, ihre Heimat liegt an diesem Standort, in diesem Verein, in dieser Stadt."

"Jeder Verein, der mit Justin reden möchte, darf das erst ab Januar"

Längst läuft jedoch alles auf eine Trennung hinaus. Vielleicht sogar schon im Winter? "Auf keinen Fall", widersprach Baumgart vehement. Man habe mit Diehl schließlich die Chance, aus der Regionalliga in die 3. Liga aufzusteigen - Köln II ist derzeit Tabellenvierter. "Wir nutzen die Stärken, die er hat, für uns in der U 21." Und überhaupt: "Jeder Verein, der mit Justin reden möchte, darf das erst ab Januar. Also kann es ja keine Gespräche geben. Man müsste zuerst uns ansprechen. Ich habe noch von keinem gehört."

Diehl, der längst im Fokus höherklassiger Vereine steht und Woche für Woche belegt, dass er für die Regionalliga eigentlich zu gut ist, sei "ein guter Junge, ein guter Fußballer", schloss Baumgart versöhnlich. "Der wird seinen Weg gehen. Nur hat er - oder wer auch immer - sich entschieden, nicht mit uns. Das gehört zum Fußball dazu."

jpe

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