2. Bundesliga

Baumgarts Kampf gegen "das größte Problem"

HSV-Trainer mahnt: "Wir müssen hier aufhören, von groß und klein zu reden"

Baumgarts Kampf gegen "das größte Problem"

Steffen Baumgart steht vor seinem zweiten Spiel als HSV-Trainer.

Steffen Baumgart steht vor seinem zweiten Spiel als HSV-Trainer. Getty Images

Großmannssucht herrscht in Hamburg im sechsten Zweitligajahr der Vereinsgeschichte schon länger nicht mehr in der Form von einst vor, und dennoch hat Baumgart eines beobachtet und vor der Heimpartie gegen Schlusslicht VfL Osnabrück (Sonntag, 13.30 Uhr, LIVE! bei kicker) nach außen transportiert: "Wir sollten an diesem Standort aufhören, immer von groß und klein zu reden." Der Spielplan will es so, dass der neue Coach mit zwei Heimspielen gegen Aufsteiger beginnt. Nach Elversberg kommen nun die Niedersachsen und Baumgart schärft die Sinne: "Das ist ein Zweitligist, der uns alles abverlangen wird."

Der gebürtige Rostocker will mit seinem Appell bezwecken, dass in die Köpfe der Hamburger kommt: Auch der einst große HSV ist mit seiner langen Aufenthaltsdauer im Unterhaus längst ein Zweitligist. Der Coach unternimmt jedoch ausdrücklich nicht den Versuch, die Erwartungen nach unten zu korrigieren. Vom ersten Tag an bekennt er sich nicht nur offen zum Aufstiegsziel, sondern vor allem auch zum Kader. Er lässt keine Zweifel an der Aufstiegstauglichkeit des von Jonas Boldt und Claus Costa zusammengestellten Personals aufkommen - und auch nicht an der unverrückbaren Zielsetzung für den Sonntag. "Wir haben natürlich die Erwartungshaltung und den Anspruch, Osnabrück zu Hause zu schlagen. Gerade bei den Zielen, die wir haben."

Dem HSV winkt Rang 2

Durch das Kieler Remis bei Hertha BSC (2:2) am Freitagabend könnte der HSV durch einen Dreier auf den zweiten Platz vorrücken, Baumgart will der Denke entgegensteuern, die Partie gegen den Letzten würde ein Selbstgänger. Die Statistik unterstützt seine Bemühungen: Gegen Elversberg siegte der Aufstiegsanwärter erstmals in dieser Spielzeit gegen einen Aufsteiger, nachdem es in der Hinrunde gegen die inklusive Wehen Wiesbaden drei Neulinge nur ein mickriges Pünktchen gegeben hatte.

Zudem gewann der HSV in der 2. Liga bislang nur eines von fünf Punktspielen gegen den VfL. Bei seinen Profis, ist er sicher, fallen seine Botschaften auf fruchtbaren Boden. "So lange ich unten am Rand stehe, bin ich mir relativ sicher, dass die Jungs nicht das Gefühl haben, dass da ein kleiner Gegner kommt." Das soll nun möglichst auch die ganze Stadt verinnerlichen. "Dieses Gerede von klein und groß", sagt Baumgart eindringlich, "ist mit das größte Problem." Er scheint wild entschlossen, dieses anzugehen - ohne die Ansprüche nach unten zu korrigieren.

Sebastian Wolff

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