2. Bundesliga

Baumgart: Kein Poker bei der Aufstellung

HSV-Trainer legt sich auf Raab und Hadzikadunic fest und treibt Dompé an

Baumgart: Kein Poker bei der Aufstellung

Schaut im Training genau hin: HSV-Coach Steffen Baumgart.

Schaut im Training genau hin: HSV-Coach Steffen Baumgart. IMAGO/Eibner

80 Prozent, hatte der 52-Jährige bereits vor seiner Premiere gegen Elversberg (1:0) gesagt, seien klar. Auf der Pressekonferenz am Freitag wiederholte er diese Aussage zunächst, tastete sich im weiteren Verlauf aber "auf 90 Prozent" vor. In zwei Personalien hat sich Baumgart ganz klar festgelegt: Matheo Raab bleibt im Tor und Dennis Hadzikadunic in der Innenverteidigung der Partner von Sebastian Schonlau.

"Matheo hat ein gutes Spiel gemacht", sagt der Coach und wertet die beiden Unsicherheiten vom Sonntag nicht eindeutig als solche, sondern führt sie eher auf Abstimmungsprobleme zurück. Nach der Partie hatte er diese Personalie zwar offen gelassen und Daniel Heuer Fernandes zum Herausforderer erklärt. Dessen Rolle definiert er derart, dass der Routinier ihm im Training mehr als Raab zeigen müsse um diesen wieder zu überholen. "Da", erklärt er, "muss schon eine deutliche Veränderung her. Deshalb bleibt es so, wir müssen da jetzt nicht mehr jede Woche drüber reden."

HAMBURG, GERMANY - FEBRUARY 25: Steffen Baumgart, Manager of Hamburger SV looks on prior to the Second Bundesliga match between Hamburger SV and SV Elversberg at Volksparkstadion on February 25, 2024 in Hamburg, Germany. (Photo by Cathrin Mueller/Getty Images)

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Seine Chance genutzt hat in Abwesenheit des gelbgesperrten Guilherme Ramos auch Hadzikadunic. Der Bosnier hatte am sichtbarsten mit dem Spielaufbau unter Ex-Trainer Tim Walter gefremdelt, unter Baumgart darf und soll die Rostow-Leihgabe vor allem Verteidiger sein. "Dennis ist ein sehr guter Innenverteidiger mit einer guten Größe, einem sehr guten Zweikampfverhalten, einem sehr guten Kopfballspiel. Er hat gegen Elversberg keinen Fehler gemacht, macht es im Training solide. Ich sehe da keinen Grund zu wechseln."

Dompé oder Königsdörffer?

Jene Sicherheit und Klarheit, die Baumgart im Spiel verlangt, gibt er seinen Profis auch im Umgang - offen lässt er lediglich die Besetzung der linken offensiven Flügelposition. Und das ist durchaus überraschend. Jean-Luc Dompé war in den ersten Wochen des neuen Jahres eindrucksvoll aus seinem Formtief geklettert, hatte ein Tor erzielt und drei Treffer vorbereitet, in der ersten Arbeitswoche des neuen Chefs aber mit Rückenproblemen und zu Beginn der zweiten mit einer Erkältung ausgesetzt. Seit Donnerstag trainiert der Franzose wieder vollumfänglich mit und Baumgart garantiert ihm ausdrücklich keinen Startplatz. Er verbindet die Begründung mit einem Lob für den Siegtorschützen vom vergangenen Sonntag, Ransford Königsdörffer, und fordert Dompé gleichzeitig: "Nur, weil er wieder da ist, heißt das nicht, dass wir automatisch ein Stühlerücken machen. Jean-Luc muss sich das erarbeiten. Die Jungs, die intensiv arbeiten, und das vielleicht auch länger als ein, zwei Tage, bekommen weiter ihre Chance."

Das ist noch keine Entscheidung, aber mindestens ein klarer Fingerzeig, wenngleich Baumgart auch betont: "Darüber, dass Jean-Luc mit seinen besonderen Fähigkeiten wichtig für uns sein kann, müssen wir nicht reden. Die kann und darf er aber auch einbringen, wenn er reinkommen würde." Das klingt beinahe danach, als stehe seine Startelf weder zu 80 noch zu 90 Prozent - sondern so, als sei er schon äußerst nah an den 100 Prozent.

Sebastian Wolff

HAMBURG, GERMANY - FEBRUARY 25: Steffen Baumgart, Manager of Hamburger SV whistles during the Second Bundesliga match between Hamburger SV and SV Elversberg at Volksparkstadion on February 25, 2024 in Hamburg, Germany. (Photo by Cathrin Mueller/Getty Images)

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