Bundesliga

Baumann-Nachfolge: Werder-Gespräche mit Schicker laufen noch

Geschäftsführer-Kandidat als Alternative zu Fritz

Baumann-Nachfolge: Werder-Gespräche mit Schicker laufen noch

Vor dem Schritt nach Deutschland? Andreas Schicker.

Vor dem Schritt nach Deutschland? Andreas Schicker. IMAGO/GEPA pictures

Am Freitag winkt die Tabellenführung: Mit einem Sieg gegen RB Salzburg würde der SK Sturm Graz am aktuellen Primus der österreichischen Bundesliga vorbeiziehen. Dreimal wurde der Klub in den vergangenen Saisons bereits Vize-Meister - eine Entwicklung, die eng mit einem Namen verbunden ist: Andreas Schicker. Der ehemalige österreichische Profi war Ende 2018 als Chefscout zum Verein gekommen, Mitte 2020 wurde er zum Geschäftsführer Sport befördert. Folgt nun der nächste Karriereschritt?

Schicker ist ein Kandidat für die Nachfolge von Frank Baumann als Geschäftsführer Fußball beim SV Werder Bremen. Am Saisonende läuft der Vertrag des 48-Jährigen nach dann acht Jahren in dieser Funktion aus. Wie Bild zuerst berichtete, hat der Bundesligist Kontakt zu dem 37-Jährigen aufgenommen. Das deckt sich mit kicker-Informationen: Es hat bereits mehrere Gespräche mit Schicker gegeben, der Prozess gilt aktuell weiterhin als noch fortlaufend.

Rund 40 Millionen Euro Erlöse in dreieinhalb Jahren

Der Grazer Sportchef hat insbesondere durch sein Geschick auf dem Transfermarkt einen exzellenten Ruf erlangt, nicht nur in Österreich, wo er im Sommer als möglicher Nachfolger für Christoph Freund in Salzburg gehandelt worden war.

In den vergangenen dreieinhalb Jahren brachte Schicker dem SK Sturm mit Spielerverkäufen rund 40 Millionen Euro ein: Kelvin Yeboah wechselte im Winter 2022 für 6,5 Millionen Euro zum CFC Genua, Rasmus Höjlund wurde im Sommer 2022 für 20 Millionen Euro zu Atalanta Bergamo transferiert. Im Sommer 2023 erlöste der Wechsel von Emanuel Emegha zu Racing Straßburg 13 Millionen Euro.

Verpflichtet worden war das Trio lediglich für einen niedrigen einstelligen Millionen-Betrag. "Wir versuchen so früh wie möglich, Potenzial zu erkennen. Das war bei den drei Spielern der Fall", erklärte Schicker im November im kicker-Interview: "Wenn wir die eine Stufe übersehen, haben wir finanziell keine Chance mehr." Was natürlich auch für einen Klub wie Werder immerzu eine Herausforderung auf dem internationalen Transfermarkt darstellt - trotz der alsbald zur Verfügung stehenden 38 Millionen Euro durch das Einsteigen eines strategischen Partners.

Schicker: Das Ziel lautet deutsche Bundesliga

Schicker hat jedenfalls mehrfach unter Beweis gestellt, dass er derlei Mittel clever einsetzen kann. Zumal der Österreicher bereit und willens scheint, den nächsten Karriereschritt zu machen - ungeachtet der hohen Identifikation gegenüber seinem aktuellen Arbeitgeber: "Ich komme aus der Steiermark, mein ganzes Umfeld ist schwarz-weiß. Aber ich bin kein Fußball-Romantiker und sage jetzt nicht: Ich werde bei Sturm in Pension gehen." Die deutsche Bundesliga bezeichnete er unlängst als "für mich sehr interessant: Das ist auf Sicht natürlich ein Ziel."

Ob es schon in kommenden Sommer zum Wechsel nach Deutschland kommen könnte, zumindest nach Bremen, darüber wird letztlich der Werder-Aufsichtsrat entscheiden. Als aussichtsreichster Kandidat galt bislang der 43-jährige Bremer Ex-Profi und aktuelle Leiter Profifußball Clemens Fritz, der von der Geschäftsführung um den Vorsitzenden Klaus Filbry favorisiert wurde.

Tim Lüddecke

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