Bundesliga

Der FC Augsburg vor dem Duell mit Mainz: Manuel Baum und der Ärger wegen Martin Hinteregger

Augsburgs Trainer spürt Unmut der Fans

Baum und der Ärger wegen Hinteregger

Manuel Baum

Trifft mit seiner Mannschaft am Sonntag auf den 1. FSV Mainz 05: Augsburgs Trainer Manuel Baum. imago

"Diese Woche war außergewöhnlich für Augsburg", fasste Baum das Geschehen der vergangenen Tage zusammen. Er selbst habe das auch an unschönen Botschaften gemerkt, die er über sein Handy oder die sozialen Netzwerke erhalten habe: "Wenn man nicht gerade wohlwollende Nachrichten von Leuten bekommt, die man gar nicht kennt, dann ist es herausfordernd, damit umzugehen", berichtete Baum.

Vor allem die Suspendierung des bei den Fans beliebten Hinteregger und dessen Wechsel nach Frankfurt sorgten unter den Anhängern für Unmut. Die Entscheidung war für den FCA jedoch unumgänglich, weil der Österreicher nach seiner heftigen Kritik am Trainer nicht zu einem Einlenken bereit war. Es gab keine Basis mehr für eine weitere Zusammenarbeit. Mit Baums akribischer und analytischer Arbeitsweise wusste Hinteregger ohnehin wenig anzufangen. Zudem soll sich der 26-Jährige innerhalb der Mannschaft weitere Verfehlungen geleistet haben. Er kam häufig zu spät oder versäumte ganze Termine, beispielsweise ließ er einen Besuch bei einem Fanclub vor einiger Zeit unentschuldigt sausen.

Spielersteckbrief Hinteregger
Hinteregger

Hinteregger Martin

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Bundesliga - 20. Spieltag

Wir brauchen gerade jetzt Spieler, die die Werte und Regeln des Vereins leben.

FCA-Trainer Manuel Baum

Gerüchte, wonach Hinteregger schon im Dezember mit einem Abschied aus Augsburg kokettiert haben soll, lassen zusätzlich einen Verdacht aufkommen: Hat der Abwehrspieler mit seinem Verhalten einen Wechsel nun bewusst provoziert? Baum wollte sich am Freitag nicht mehr explizit zum Fall Hinteregger äußern. Indirekt tat er es aber doch: "Wir brauchen gerade jetzt Spieler, die die Werte und Regeln des Vereins leben, die sich voll mit dem Verein identifizieren. Leute, die mit dem Herzen bei uns sind", betonte der Coach.

In einzelnen Punkten hat Hinteregger durchaus Recht

Es tut gut, wenn Spieler Mut zur Meinung haben. Mit seiner Kritik am Trainer schoss Hinteregger jedoch über das Ziel hinaus. Das täuscht allerdings nicht darüber hinweg, dass er in einzelnen Punkten durchaus Recht hat: Der Abwärtstrend beim FCA hält seit Anfang 2018 an. Und Baum gelang es zuletzt nicht, eine Taktik zu finden, die das Team in der aktuellen Situation stabilisiert.

Der Trainer ist angesichts des anhaltenden Negativlaufs und der internen Querelen angeschlagen. "Es ist nicht selbstverständlich, dass man nach zehn Spielen, die man nicht gewonnen hat, als Bundesligatrainer immer noch da ist", weiß Baum. Intern spüre er aber nach wie vor "unglaubliches Vertrauen von Stefan Reuter und den Spielern". Die Härte gegenüber Hinteregger war ein deutliches Signal des Vereins pro Trainer. Um die Lage zu beruhigen, braucht Baum nun am Sonntag gegen Mainz dringend einen sportlichen Erfolg.

David Bernreuther

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