Nationalelf

Bauchschmerzen bei Lehmann

Einwurf von DFB-Sportdirektor Matthias Sammer

Bauchschmerzen bei Lehmann

Matthias Sammer

Äußert sich über die Personalprobleme der DFB-Auswahl zu Beginn des EM-Jahres: Matthias Sammer. dpa

Auch bei anderen Nationalspielern stellt sich die Situation zu Beginn des EM-Jahres nicht optimal dar. Denn Spielpraxis ist durch nichts zu ersetzen. Deshalb sollten wir den Weg der einzelnen Akteure genau beobachten, die EM-Kandidaten müssen individuell an sich arbeiten, um die physischen Voraussetzungen zu schaffen; sie dürfen sich nicht frustrieren lassen, wenn sie auf der Bank sitzen.

Lukas Podolski ist da dieser Tage Thema Nummer eins. Aus Sicht des FC Bayern und seines Trainers Ottmar Hitzfeld ist es verständlich, dass sie ihn nicht ausleihen wollen. Und wenn Uli Hoeneß diese Möglichkeit laut andachte, dann sprach aus ihm der Sportler und nicht der Manager - was ihn ehrt.

Letztlich muss aber der Spieler für sich entscheiden. Und da gäbe es für mich nur einen Weg: Ich könnte es nicht akzeptieren, auf der Bank zu sitzen. Auch wenn dann andere sagen, ich sei gescheitert, wäre mir diese oberflächliche Betrachtung völlig egal. Ich würde hier an mich und meine Spielpraxis denken.

Deshalb plagen mich auch bei Jens Lehmann ein bisschen Bauchschmerzen, obwohl ich dessen familiäre Entscheidung nachvollziehen kann. Aber bei einer EM geht es um Kleinigkeiten - schon in der vorbereitenden Planung. Und gerade für einen Torwart sind regelmäßige Einsätze wichtig. Christoph Metzelder dagegen braucht nicht jedes Spiel. Freilich wird für ihn wichtig, wenigstens eine gewisse Wettkampf-Erfahrung zu sammeln.

Grundsätzlich wird die EM-Nominierung interessant. Es haben noch viele eine Chance, sich in den Blickpunkt zu spielen. Letztlich entscheiden der Wille zum Durchsetzen und die Leistung.