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Bastians sucht nach China-Abenteuer Heimatnähe

Innenverteidiger ablösefrei auf dem Markt

Bastians sucht nach China-Abenteuer Heimatnähe

Hat in China Erfahrungen gesammelt: Felix Bastians.

Hat in China Erfahrungen gesammelt: Felix Bastians. imago images

"Die Zeit in China war ein totales Abenteuer und eine ganz spannende Angelegenheit", sagt Bastians im Gespräch mit dem kicker, stellt aber gleich klar, dass er in dieser Zeit sportlich gesehen nicht als Tourist unterwegs war: "Als Offensivspieler in China spielst du wegen der Ausländerbeschränkung meist gegen chinesische Verteidiger, die nicht alle das Niveau der deutschen 2. Liga haben. Als Verteidiger hast du es dafür meist mit ausländischen Topspielern der Teams mit hoher individueller Klasse zu tun, die es so in der 2. Liga nicht gibt."

Als Beispiele nennt Bastians die Brasilianer Hulk (früher Porto und St. Petersburg) und Oscar (früher Chelsea) sowie den belgischen Nationalspieler Yannick Carrasco, der seit September wieder bei Atletico Madrid unter Vertrag steht. "Gegen diese Kategorie Spieler anzutreten, hat mich sicher nicht schlechter gemacht", sagt der frühere U-21-Nationalspieler, für den bisher 92 Bundesliga-Einsätze für Freiburg und Hertha BSC sowie 116 Zweitliga-Partien für Hertha und Bochum in der Statistik stehen.

Fußball macht mir einfach immer noch brutal viel Spaß

Felix Bastians

Während die früheren Nationalspieler André Schürrle mit 29 sowie Benedikt Höwedes und Sandro Wagner im Alter von 32 Jahren im Sommer ihre aktiven Karrieren beendeten, will der aktuell 32-jährige Bastians nochmal angreifen, "weil mir Fußball einfach immer noch brutal viel Spaß macht". Bereit und fit genug fühlt er sich. Für Tianjin lief er letztmals am 21. Oktober auf, spielte durch und erzielte beim 1:1 gegen Shenzhen sogar das entscheidende Tor.

Geld ist nicht das Motiv

Mit seiner Frau und seinen beiden Kindern wohnt er nun wieder in seiner Heimatstadt Bochum und möchte an einem nicht allzu weit entfernten Standort "die letzten Jahre seiner Karriere genießen und das Maximum herausholen". Wohlgemerkt sportlich. "Mein Anreiz ist es nicht, Kohle abzugreifen und irgendwo einen guten Vertrag abzusitzen", stellt Bastians klar, der nach dem bei Tianjin Teda zum 31. Dezember 2020 auslaufenden Vertrag im Januar ablösefrei auf den Markt kommt.

Der Abwehrmann will möglichst regelmäßig auf dem Platz stehen, seinem neuen Team mit guten Leistungen weiterhelfen. Gerne in einer der deutschen Profiligen. Er selbst hätte auch kein Problem damit, zu seinem Heimatverein zurückzukehren. Den VfL Bochum hatte der Ex-Kapitän Anfang 2018 auch wegen Differenzen mit Klub-Verantwortlichen verlassen. Manager Christian Hochstätter, damals der hauptsächliche Widersacher, wurde nur rund zwei Wochen nach Bastians Abschied entlassen.

Nur ein Katzensprung

Aber auch wenn es mit einem Comeback beim VfL nichts werden sollte, sagt Bastian mit einem Lachen, "bin ich zuversichtlich, einen Klub zu finden, der näher an meiner Heimat liegt als mein letzter Verein". Bis nach Tianjin sind es, wenn man die Reise tatsächlich mit dem Auto antreten möchte, über 10.000 Kilometer Fahrstrecke. Im Vergleich dazu ist der Weg zu allen deutschen Klubs ein Katzensprung. Schneller als manche inländischen Standorte sind für Bastians allerdings einige Erstligisten in Holland und Belgien zu erreichen. Beide Länder stellen attraktive Optionen für den Abwehrmann dar, der sich zum Ziel gesetzt hat, nach der Corona-Krise nochmal in einem ausverkauften, stimmungsvollen Stadion aufzulaufen.

Carsten Schröter-Lorenz