
Durchbrach die Mauer des Schweigens: Ivan Basso gesteht Blutdoping ein. sid
"Basso hat ausführlich seine Verantwortung in Bezug auf die Operation Puerto zugegeben und seine volle Zusammenarbeit zur Klärung seiner Verwicklung in der Affäre garantiert", hieß es in einer Presseerklärung des Nationalen Olympischen Komitees (Coni) nach der Anhörung vor Staatsanwalt Ettore Torri.
Basso gehört wie Jan Ullrich zu den rund 50 Radprofis, die verdächtigt werden, in den Dopingskandal um Eufemiano Fuentes verwickelt zu sein. Bei der "Operacion Puerto" durch spanische Behörden im vergangenen Jahr wurden in den Labors und Privatwohnungen des Mediziners Blutbeutel sicher gestellt, die den einzelnen Radprofis zugeordnet wurden.
Ivan Basso wurde im vergangenen Herbst aus Mangel an Beweisen von den Vorwürfen zunächst freigesprochen. Daraufhin schloss er sich dem US-amerikanischen Team Discovery Channel an. Dieses entschloss sich aber am 30. April, sich von Basso zu trennen, nachdem neue Verdachtsmomente gegen den Italiener auftauchten.
Damit hat der erste verdächtige Radprofi ein Geständnis abgelegt. Bisher wurde nur Jan Ullrich durch eine DNA-Analyse eine Verbindung zu Fuentes nachgewiesen. Trotz erdrückender Beweislage leugnet der einzige deutsche Tour-Sieger bisher aber jegliche Manipulation. Und nach Aussage eines seiner Anwälte, Peter-Michael Diestel, vom Dienstag gegenüber der dpa wird der Tour-de-France-Sieger von 1997 auch weiter schweigen. "Was soll er gestehen?", sagte Diestel. "Ullrich hat keinen Seitensprung begangen oder sich sonst falsch verhalten. Was Basso tut, ist dessen Sache", so Diestel. Vielmehr wolle man abwarten, ob es zu einer Anklage gegen Ullrich komme, und dann darauf reagieren. Ullrich drohen zwei Verfahren wegen Betrugs und Falschaussage.
In einer ersten Stellungnahme am Montag hatte der Präsident des italienischen Radsportverbandes, Renato Di Rocco, Bassos Bereitschaft zu einer Aussage zunächst angedeutet: "Basso hat genau das getan, was alle von Marco Pantani gefordert haben und was er nicht getan hat: Seine Verantwortung zugeben. Jetzt bitte ich im Namen des Radsports: Lassen wir Ivan Basso nicht allein."
Ivan Basso will durch seinen nun vollzogenen Sinneswandel eine mögliche Strafreduktion erreichen. Bei einer Verurteilung wegen Dopings droht ihm ein automatisches zweijähriges Startverbot. Zudem könnte im schlimmsten Fall bei einem Zivilprozess sogar eine Haftstrafe gegen den 29-Jährigen ausgesprochen werden.
McQuaid glaubt nicht an Strafreduzierung
Am Montagabend meldete sich hierzu der Präsident des Radsport-Weltverbandes UCI, Pat McQuaid, zu Wort. Der Ire glaubt nicht an eine Reduzierung der Strafe durch Bassos Vorgehen. "Zwei Jahre sind zwei Jahre. Das sind die Regeln der WADA für ein Erstvergehen", so McQuaid.
Zugleich hieß er jedoch den Schritt Bassos gut: "Auf der einen Seite macht es mich traurig, dass ein talentierter Fahrer wie Basso auf illegale Praktiken zurückgegriffen hat. Andererseits sehe ich seine Aussage in einem positivem Zusammenhang.