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FC Basel am Tiefpunkt: Fan-Demo nach Stockers Suspendierung

Vor dem Topspiel gegen die Young Boys Bern

Basel am Tiefpunkt: Fan-Demo nach Stockers Suspendierung

Auf Konfrontationskurs: Valentin Stocker und FCB-Trainer Ciriaco Sforza.

Auf Konfrontationskurs: Valentin Stocker und FCB-Trainer Ciriaco Sforza. picture alliance

Der FC Basel ist an einem Tiefpunkt der jüngeren Vereinsgeschichte angelangt. Der sportliche Offenbarungseid war die peinliche 2:6-Niederlage im Schweizer Pokal gegen Zweitligist FC Winterthur. Basels Kapitän Valentin Stocker gab in der Halbzeitpause der Partie beim Stand von 0:2 dem SRF ein womöglich folgenschweres Interview. "Sie (der FC Winterthur, Anm. d. Red.) haben ein gutes Konzept, uns fehlt das", sagte der ehemalige Spieler der Hertha und griff damit seinen Coach Sforza an.

Auch in den folgenden beiden Ligaspielen, Stocker stand da schon nicht mehr im Kader, holte der einstige Serienmeister (2010 bis 2017) nur einen mageren Punkt. Am Montag wurden die personellen Konsequenzen öffentlich - und die betrafen nicht wie üblich den Trainerposten. Vielmehr wurde mitgeteilt, dass Stocker suspendiert sei.

Stocker soll sich "den Kopf auslüften"

"Valentin ist vorläufig beurlaubt, soll sich den Kopf auslüften und der Rest wird intern besprochen", sagte Sforza gegenüber SRF. Der Schweizer "Blick" will zudem erfahren haben, dass Stocker bei seinen Mitspielern Stimmung gegen Sforza gemacht haben soll. Übrigens nicht das erste Mal, dass der Mittelfeldspieler mit seinem Coach aneinandergerät. Auch bei der Hertha kriselte es damals zwischen Pal Dardai und dem heute 31-Jährigen.

Fan-Demo am Montagabend - Sforza ernennt schon neuen Kapitän

Ob es für Stocker, dessen Vertrag erst im September bis 2023 verlängert wurde, nochmal eine Rückkehr gibt, scheint derzeit völlig offen. Die Fans stärkten ihm jedenfalls den Rücken. Am Montagabend zogen über 1000 Anhänger durch die Stadt und machten Stimmung für Stocker. Zudem machte das Gerücht eines englischen Investors, der beim Klub einsteigen könnte, die Runde.

Derweil hat Sforza vor dem Spitzenspiel gegen Tabellenführer Young Boys Bern (Mittwoch, 20.30 Uhr) bereits einen neuen Kapitän ernannt. Künftig wird Pajtim Kasami die Binde tragen. "Er hat Persönlichkeit, das hat er schon bewiesen. Er hat in den letzten Monaten wertvolle Tore geschossen. Doch er kann noch mehr und ich möchte ihn dorthin führen", begründet Sforza.

Doch warum wurde nicht der bisherige Vize-Kapitän Fabian Frei befördert? "Fabian muss Ruhe haben", sagt Sforza. "Dann kann er seine besten Leistungen bringen."

Sportlich geht es für den FCB in dieser Saison ohnehin nur noch um Schadensbegrenzung und die Verteidigung von Platz zwei. Vor dem Spitzenspiel hat Basel auf Doublesieger Bern bereits uneinholbare 19 Punkte Rückstand.

tru