Bundesliga

Wolfsburgs Baku: Selbstkritik und sein Traum von England

Wolfsburgs Nationalspieler über Gerüchte, Krise und Pläne

Baku: Offene Selbstkritik und sein Traum von England

Wolfsburgs Ridle Baku denkt schon auch mal über weitere Karriereschritte nach.

Wolfsburgs Ridle Baku denkt schon auch mal über weitere Karriereschritte nach. IMAGO/Eibner

Dass Ridle Baku beim FC Bayern rund um seinen Wechsel 2020 von Mainz nach Wolfsburg mal auf dem Zettel stand, ist hinlänglich bekannt. Und dass der Rekordmeister den beim VfL zum deutschen A-Nationalspieler aufgestiegenen Allrounder unverändert auf dem Radar hat, ebenso. Immer mal wieder gibt es Gerüchte um den 24-Jährigen, der einräumt: "Ein Stück weit bekomme ich es mit." Und er schließt auch nicht kategorisch aus, dass es zu einer Veränderung kommen könnte. "Ich bin kein Freund davon, Versprechen zu geben." Die er womöglich nicht halten kann.

Baku: "Ich kann mir auch vorstellen, mal im Ausland zu spielen"

Dennoch verweist Baku lieber erst einmal auf die Fakten beim VfL. "Ich habe einen Vertrag bis 2025." Für konkrete Wechselgedanken, betont er, sei es ohnehin nicht der richtige Zeitpunkt, schließlich ist der Abstiegskampf in der Bundesliga noch nicht vorbei. "Wir sind in einer Situation, in der es keinen Sinn macht, über so etwas nachzudenken." Grundsätzlich aber grübelt er schon mal darüber, wo es in der Karriere noch mal hingehen soll. "Ich kann mir auch vorstellen, mal im Ausland zu spielen. Ich habe jetzt schon vier, fünf Jahre Bundesliga gespielt, für neue Dinge bin ich definitiv offen." England, natürlich, würde auch Baku mal reizen. "Die Premier League ist immer ein bisschen präsent, ich habe auch schon mit Wout geschrieben." Ex-Teamkollege Weghorst, der im Winter von Wolfsburg nach Burnley gewechselt ist.

"Ich brauche nicht zu leugnen, dass ich nicht glücklich war"

Viel drängender sind für Baku aktuell jedoch die Gedanken, wie er die Saison mit dem VfL vernünftig zu Ende spielen kann. Das 4:0 am Wochenende gegen Bielefeld war von großer Bedeutung. Für den Klub ("Extrem richtungsweisend, wir haben uns einen Puffer verschafft") und auch für ihn, der zuvor dreimal hintereinander nicht in der Startelf gestanden hatte. Der Nationalspieler nur als Reservist - "ich brauche nicht zu leugnen, dass ich nicht glücklich war". Immerhin: Gegen Bielefeld zeigte er (kicker-Note 2,5) nach langer Zeit mal wieder, was ihn so interessant macht. Immer wieder brach er über die rechte Seite durch, bereitete das 4:0 durch Max Kruse mustergültig vor.

"Vielleicht ein bisschen satt von der vorherigen Saison"

Warum nicht immer so? Die Frage muss sowohl in Sachen Wolfsburg als auch im Einzelfall Baku gestellt werden. Der Ex-Mainzer, einer der Shootingstars der vergangenen Spielzeit, räumt offen ein: "Man kann vielleicht sagen, dass man ein bisschen satt war von der vorherigen Saison, dass man vielleicht ein, zwei Prozentpunkte weniger gemacht hat. Das muss man sich schon selber eingestehen." Diese Einsicht ist bekanntlich der erste Schritt zur Besserung. Und tritt diese dauerhaft ein, werden die Interessenten an Baku gewiss nicht weniger.

Thomas Hiete

Elfmeter in der Bundesliga: Lewandowski rückt auf Rang vier