2. Bundesliga

Ausgelassener Simon Terodde (HSV): "Heute reicht ein Tor, glaube ich"

14. Saisontor des Top-Torjägers sorgt für prächtige Stimmung

Ausgelassener Terodde: "Heute reicht ein Tor, glaube ich"

Unnachahmlich: Simon Terodde windet sich um Gegenspieler Robin Bormuth und trifft zum späten Siegtreffer für den HSV.

Unnachahmlich: Simon Terodde windet sich um Gegenspieler Robin Bormuth und trifft zum späten Siegtreffer für den HSV. Getty Images

Die Szene acht Minuten vor Schluss stand symbolisch für ein Terodde-Tor, einen Treffer in bester Mittelstürmer-Manier. Der 32-jährige Routinier lauerte im gegnerischen Strafraum an der Fünfmeterraumgrenze, verschaffte sich mit einem leichten Schubser gegen Robin Bormuth etwas Platz und stand anschließend goldrichtig. Als Mitspieler Sonny Kittel von der rechten Seite ins Zentrum flankte, wand sich Terodde mit dem rechten Bein um Bormuth herum und drückte den Ball im Fallen mit dem ausgefahrenen Bein aus fünf Metern irgendwie ins Netz.

Terodde forderte "mehr Bälle in die Box"

"Heute reicht ein Tor zum verdienten Sieg, glaube ich", strahlte der bestens aufgelegte Siegtorschütze wenige Minuten später am Mikrofon von "Sky" und spielte damit auf die letzten beiden Spiele an, in denen er jeweils doppelt getroffen hatte. "Ich habe gesagt, wir müssen mehr Bälle in die Box bringen, das ist immer schwierig zu verteidigen", erklärte der nun 14-fache Torschütze der aktuellen Saison. Gesagt, getan. Dank Kittels Flanke ging der Knipser auch in Karlsruhe nicht leer aus.

Dabei hatte man - nach einem Pfostentreffer in der 20. Minute - zwischendurch eine längere Zeit nicht so viel von ihm gesehen. Doch Terodde wartete auf seine Chance. "Ich lasse mich auch nicht verunsichern, wenn ich mal fünf Minuten keinen Ball sehe", verwies er auch auf seine Aufgabe, die gegnerischen Verteidiger nur mit seiner Präsenz zu binden.

Zuvor ließ der HSV eine Reihe an Chancen ungenutzt

Dass es überhaupt so lange gedauert hatte, ehe der HSV auf die Siegerstraße einbog, war der mangelhaften Chancenverwertung bis zu diesem Zeitpunkt zu "verdanken". Denn insbesondere in der ersten Hälfte ließ der HSV eine Fülle an guten Möglichkeiten ungenutzt liegen. Nach Bakery Jattas Führung (Terodde: "Den konnte man gar nicht aufhalten heute") hätten Jeremy Dudziak (6.), Terodde selbst (20.) und Khaled Narey (26.) weitere Treffer erzielen können, wenn nicht müssen. "In der Halbzeit haben wir gesagt, dass wir wieder einen machen müssen", so Terodde lapidar, der den Job letztendlich selbst übernahm.

Mit seinem Tor bescherte der Torgarant seinem Team nicht nur den dritten Sieg in Folge und den Sprung auf Tabellenplatz 2, sondern vor allem auch einen versöhnlichen Jahresabschluss. Wie sehr ein derartiges Erfolgserlebnis die Stimmung innerhalb der Mannschaft befeuern kann, ließen Teroddes Aussagen erahnen. "Ich bin megastolz auf die Mannschaft. Es ist nicht selbstverständlich, dass man sich so viele Chancen erarbeitet. Ein 2:1 in der 82. Minute ist dreimal schöner als ein 4:0-Auswärtssieg." Und im Hinblick auf die lange Busfahrt zurück in den Norden: "Jetzt werden sicherlich auch ein, zwei Bierchen aufgemacht."

psz

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