Bundesliga

Auseinandersetzung mit Amiri: DFB sperrt Union Berlins Florian Hübner

Keine Strafe für Union-Profi Teuchert

Auseinandersetzung mit Amiri: DFB sperrt Hübner für zwei Spiele

Leverkusens Nadiem Amiri (rechts) und Florian Hübner (links) im Disput.

Leverkusens Nadiem Amiri (rechts) und Florian Hübner (links) im Disput. Getty Images

Das DFB-Sportgericht hat am Donnerstag sein Urteil im Fall Florian Hübner gesprochen: "Wegen eines unsportlichen Verhaltens" muss der Verteidiger des 1. FC Union Berlin zwei Spiele gesperrt zuschauen und eine Geldstrafe in Höhe von 20.000 Euro zahlen.

Nach dem Bundesligaspiel zwischen Union und Bayer Leverkusen am 15. Januar (1:0) war Hübner mit Nadiem Amiri aneinandergeraten. Es stand der Verdacht im Raum, Hübner habe seinen Gegenspieler als "Scheiß-Afghane" beschimpft. Diese rassistische Äußerung konnte ihm jedoch nicht nachgewiesen werden.

"Eine anderslautende Äußerung als diejenige, die in der Öffentlichkeit kolportiert wurde"

Hübner habe gegenüber dem ermittelnden DFB-Kontrollausschuss angegeben, von Amiri mit Worten provoziert worden zu sein und dann "eine anderslautende Äußerung getätigt zu haben als diejenige, die in der Öffentlichkeit kolportiert wurde", heißt es beim DFB. Auch Amiri habe während der Ermittlungen nicht ausschließen können, "dass die Wortwahl eine andere war".

"Der Nachweis einer rassistisch motivierten oder diskriminierenden Handlung konnte nicht erbracht werden", bilanziert Hans E. Lorenz, der Vorsitzende des DFB-Sportgerichts. "Dem Sportgericht ist ferner bekannt, dass sich Hübner und Amiri am Tag nach dem Spiel wechselseitig für das jeweilige Fehlverhalten entschuldigt und der gegenseitigen Wertschätzung versichert haben."

Hübner erleichtert - Aussprache mit Amiri

Hübner reagierte erleichtert auf das Urteil, das auch Union akzeptiert hat. "Für mein Verhalten in der verbalen Auseinandersetzung mit dem Leverkusener Spieler Nadiem Amiri bin ich zu Recht bestraft worden", sagte er in einer Union-Pressemitteilung. "Von grundlegender Bedeutung ist für mich, dass das Sportgericht und der DFB davon ausgehen, dass ich selbst zuvor verbal attackiert worden bin und dass meine Äußerungen nicht diskriminierend oder in irgendeiner Weise rassistisch waren. Wie vom Sportgericht dargelegt, war mein Verhalten in dieser Situation einfach unsportlich und ich hätte mich raushalten müssen."

Er und seine Familie stünden "uneingeschränkt und aus tiefster Überzeugung für Toleranz und Respekt", betonte Hübner. "Jede Art von Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung wird in meiner Familie und von mir zutiefst verabscheut." Mit Amiri habe er sich "ausgesprochen" und "alles bereinigt".

Keine Strafe für Teuchert, nur ein Hinweis vom DFB

Die Ermittlungen gegen Hübners Teamkollegen Cedric Teuchert aufgrund eines möglichen Verstoßes gegen die DFB-Rechts- und Verfahrensordnung wurden dagegen eingestellt. "Gleichzeitig wurde Teuchert jedoch darauf hingewiesen, zukünftig besser auf seine Wortwahl auf dem Platz zu achten", so der DFB. Teuchert stand im Verdacht, gegen Leverkusen zwei strafwürdige Äußerungen getätigt zu haben.

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jpe

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