Europa League

Auftakt nach Maß: Bayer Leverkusen fertigt Nizza ab

Bellarabi trifft als Joker doppelt

Auftakt nach Maß: Bayer fertigt Nizza ab

Zwei Tore gelangen Karim Bellarabi als Einwechselspieler gegen Nizza.

Zwei Tore gelangen Karim Bellarabi als Einwechselspieler gegen Nizza. imago images

Bayers Coach Peter Bosz wollte bei Kapitän Aranguiz, der schon beim 1:0-Sieg beim FSV Mainz 05 mit Schmerzen an der Achillessehne auswechselt werden musste, kein Risiko eingehen - seinen Platz vor der Abwehr nahm Baumgartlinger ein. Außerdem verteidigte Wendell statt Sinkgraven (Bank) über rechts und Palacios kam für Demirbay (Bank) neu in die erste Elf.

Nizzas Trainer Patrick Vieira setzte wie zuletzt schon gegen AS St. Etienne (3:1) auf eine defensive Dreierkette - zentraler Mann war der inzwischen 37-Jährige Dante. Außerdem begannen Boudaoui und Dolberg für Thuram und Rony Lopes (beide Bank).

Europa League, 1. Spieltag

Bayer Leverkusen startete gleich druckvoll in die Partie. Der Ball lief trotz des Starkregens gut, nur der letzte Pass fehlte vorerst noch. Nizza zeigte sich beeindruckt, ließ sich hinten reindrängen und hatte Glück, dass Benitez' Fehlpass zu Bailey nicht vom Jamaikaner bestraft wurde (7.). Besser machte es der Außenbahnspieler nur wenig später: Sein toller Pass ermöglichte Amiri die 1:0-Führung zu erzielen (11.).

Doppelschlag durch Amiri und Alario

Bayer blieb auch nach dem Treffer im Vorwärtsgang und legte schon fünf Minuten später das nächste Tor nach: Der Angriff schien schon vorbei zu sein, ehe Baumgartlingers Lupfer in den Strafraum neue Gefahr heraufbeschwor - Alario nagelte das Spielgerät aus spitzem Winkel unter die Latte (16.). Auch mit dem Zwei-Tore-Vorsprung blieb die Werkself am Drücker, ließ aber weitere Möglichkeiten aus. Benitez parierte Distanzschüsse von Bailey (18.) und Diaby (27.) - Nsoki bereinigte Diabys scharfe Hereingabe vor dem einschussbereiten Bailey (27.).

Anschlusstreffer bringt Bayer aus dem Konzept

Von Nizza war offensiv weiterhin nichts zu sehen, mit der ersten ernst zu nehmenden Chance kamen die Franzosen zum Anschlusstreffer: Nach einem Fehlpass von Alario schaltete OGC schnell um und Gouiri traf aus 16 Metern herrlich ins rechte untere Eck (31.). Der Anschlusstreffer brachte die Werkself merklich aus dem Konzept, Nizza erarbeitete sich mehr Spielanteile und hätte vor der Pause fast noch den Ausgleich erzielt, doch Kamaras Schuss aus spitzem Winkel klatschte gegen den Außenpfosten (41.).

Benitez auf Schneiderlin - 3:1

Nach dem Seitenwechsel versuchte die Werkself das Spielgeschehen wieder mehr in die Hälfte der Franzosen zu verlagern - Chancen blieben aber erst einmal aus. Nizza hingegen wartete ab und kam einmal überfallartig nach vorne - Hradecky verhinderte mit einer schönen Parade gegen Gouiris 20-Meter-Schuss Schlimmeres (54). Die erste Bayer-Chance wurde dann bedingt durch einen individuellen Fehler - und führte gleich zum Torerfolg: Schneiderlin ließ sich am Strafraum nach Benitez' riskantem Anspiel von Palacios den Ball vom Fuß klauen und Diaby besorgte das 3:1 (61.).

In der Folge ließ Bayer Ball und Gegner laufen und ließ es etwas ruhiger angehen, das ganz große Aufbäumen von OGC blieb aus. Mehr als Gouris geblockter Schuss (70.) und Maolidas Treffer ans Außennetz (76.) sprang jedoch nicht heraus.

Bayer sehr effektiv

Leverkusen zeigte sich in der Schlussphase dann brutal effektiv: Erst schnürte der eingewechselte Bellarabi mit zwei Weitschüssen das 4:1 (79.) und 5:1 (83.), dann traf auch der ebenfalls eingewechselte Wirtz nach einem tollen Spielzug über Bailey und Diaby (87.). Dass Nizza in der Schlussminute durch Claude-Maurice ebenfalls noch einmal treffen konnte, war nicht mehr als ein Schönheitsmakel (90.).

Die Leverkusener empfangen am kommenden Montag den FC Augsburg (20.30 Uhr), während Nizza schon am Sonntag zuhause gegen Lille antreten muss (17 Uhr). In der Europa League ist Bayer dann wieder am 29. Oktober bei Slavia Prag gefordert.