DFB-Pokal

DFB-Pokal-Aus: Auf St. Pauli sind die Zweifel zurück

"Großer Rückschritt" im DFB-Pokal

Auf St. Pauli sind die Zweifel zurück - Schultz will "Ursachen finden"

Desaströse Leistung beim Pflichtspiel-Auftakt: Ohlsson, Avevor & Co. unterlagen bei Regionalligist Elversberg klar.

Desaströse Leistung beim Pflichtspiel-Auftakt: Ohlsson, Avevor & Co. unterlagen bei Regionalligist Elversberg klar. imago images

Das Pflichtspiel-Debüt als Profitrainer hatte ihm deutlich zugesetzt. Timo Schultz tat sich schwer, nach St. Paulis desaströsem 2:4-Pokal-Aus in Elversberg die richtigen Worte zu finden. "Ich habe mich ein bisschen gewundert", erklärte der neue Coach. Er hätte allen Grund, gar erschrocken gewesen zu sein nach 90 Minuten, in denen der Regionalligist den Seinen in allen Belangen turmhoch überlegen war und ein noch deutlich höheres Resultat ausgelassen hatte.

Eigentlich hätte die frühe Führung durch Marvin Knoll nach sieben Minuten seiner Formation in die Karten spielen müssen, stattdessen reihte St. Pauli einen Ballverlust an den nächsten und ermöglichte den Saarländern Chancen im Fünf-Minuten-Takt. Auch die Auswechslung von Marvin Senger nach rund einer halben Stunde und die damit verbundene Umstellung von Dreier- auf Viererkette brachte keinerlei Stabilität. Schultz' Erklärungsansatz: "Elementar im Fußball ist es, die Zweikämpfe zu gewinnen, das haben wir nicht getan. Die Mannschaft wirkte verunsichert, die Sicherheit der Vorbereitung war weg."

"So dürfen wir uns nicht noch einmal präsentieren"

Und die Zweifel sind zurück. Der Vorwärtsgang hatte während der Testspiele zwar häufig geklemmt, defensiv aber hatte sich St. Pauli weitgehend kompakt präsentiert. "Da haben wir stabil gestanden und nicht viel zugelassen", sagt Keeper Robin Himmelmann. "Heute jedoch hatten wir keinen Zugriff, kamen immer ein, zwei Schritte zu spät."

Für Knoll liegt die Ursache in der fehlenden Bereitschaft. "Alles steht und fällt mit der Körpersprache, in der Hinsicht war es viel zu wenig. Es ist ganz schwer in Worte zu fassen, was passiert ist." Dem Routinier ist bewusst, dass das Debakel Folgen haben kann. "Wir hatten uns in der Vorbereitung gut entwickelt, das war jetzt ein großer Rückschritt. So dürfen wir uns nicht noch einmal präsentieren."

Schultz will deshalb in den kommenden Tagen auf die Suche gehen. "Wir müssen die Ursachen finden und gucken, weshalb wir uns so präsentiert haben." Ihm stehen arbeitsreiche Tage bevor nach diesem Einstand.

Sebastian Wolff

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