2. Bundesliga

Aue-Präsident Leonhardt: "Geisterspiele sind zum Kotzen"

Das perfekte Geburtstagsgeschenk: Bei Anruf Heimsieg

Aue-Präsident Leonhardt: "Geisterspiele sind zum Kotzen"

Er kann sich mit Geisterspielen nicht anfreunden: Aue-Präsident Helge Leonhardt.

Er kann sich mit Geisterspielen nicht anfreunden: Aue-Präsident Helge Leonhardt. imago images

Ein schöneres Geburtstagsgeschenk hätten die Veilchen ihrem Präsidenten kaum machen können: Zwei Tage nach dem 62. Geburtstag von Helge Leonhardt fegte Aue Darmstadt mit 3:0 vom Rasen. "Ein wunderschönes Spiel", freute sich Leonhardt in einem Interview im Vereins-TV. "Sie haben es versprochen und Wort gehalten."

Das Versprechen gab Stürmer Pascal Testroet, dem in seinem 100. Zweitliga-Spiel ein Doppelpack gelang, am Telefon. "Er sagte: 'Präsi, wir werden dich schon beschenken'", plauderte Leonhardt aus dem Nähkästchen. Gesagt, getan - was voll nach dem Geschmack Leonhardts war: "Wir müssen offensiven und attraktiveren Fußball spielen, natürlich aus einem Sicherheitsdenken heraus. Das wurde gezeigt und belohnt. Wir haben neben der Mentalität auch das Spielerische gezeigt. Wir sind ein Mentalitätsklub und das muss von jedem gelebt werden."

Leonhardts Warnung

Einen ganz sorgenfreien Geburtstag aber erlebte der FCE-Präsident trotz des nachträglichen Geschenks seiner Mannschaft nicht. Die Coronakrise und die damit verbundenen Folgen für den Fußball treiben Leonhardt Sorgenfalten auf die Stirn: "Geisterspiele haben ihre eigenen Gesetze. Eigentlich sind sie zum Kotzen. Es fehlt die Seele im Fußball. Man spielt eigentlich nur für sich, für eine kleine Gruppe von Menschen. Selbst das Interesse nimmt ab durch Geisterspiele. Man muss versuchen, den Fußball dadurch wieder zu beatmen, die Lockdowns runterzufahren. Natürlich auch mit einer gewissen Disziplin und Härte. Es werden harte Zeiten kommen. Es wird für viele Vereine sehr, sehr eng werden. Es könnte zum Mega-Crash kommen." Gleichzeitig sei es für die Fußballprofis aber auch "ein Privileg, ihrem Job nachgehen zu dürfen".

Genau das werden die Veilchen wieder am Samstag (13 Uhr, LIVE! bei kicker) tun, wenn es zum SV Sandhausen an den Hardtwald geht. "Die Tabellensituation ist trügerisch", weiß Leonhardt angesichts von Rang sieben und freut sich deshalb um so mehr über das Drei-Punkte-Geschenk vom vergangenen Wochenende: "Es war wichtig, dass wir gewonnen haben."

cru

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