Bundesliga

Auch ohne Kadlec: Großer Konkurrenzkampf im Sturm

Frankfurt: Lokvenc lobt den Wunschstürmer der Eintracht

Auch ohne Kadlec: Großer Konkurrenzkampf im Sturm

Liefern sich ein enges Duell um einen Platz in der Startelf: Srdjan Lakic und Joselu (r.).

Liefern sich ein enges Duell um einen Platz in der Startelf: Srdjan Lakic und Joselu (r.). imago

Ein Tor bedeutet noch keinen Stammplatz. Das gilt auch für Joselu, der im ersten Pflichtspiel für die Eintracht im Pokal traf. Dass es gegen Viertligist Illertissen war, relativiert das Erfolgserlebnis. "Joselu und Lakic - das ist nach wie vor eng", schürt Armin Veh vor dem Bundesligastart den Zweikampf im Angriff. Was der Neuzugang verbessern muss, sagt sein Trainer: "Joselu hat ein bisschen ein Phlegma. Bei ihm geht es darum, dass er sofort da ist." Gegen den Regionalligisten brauchte er 64 Minuten, um sich zu zeigen.

Der Konkurrent für Jan Rosenthal, die zweite Spitze, lässt noch immer auf sich warten: Vaclav Kadlec. "In Berlin wäre er ohnehin kein Thema", übt sich Veh weiter in Geduld. Zwangsläufig. Seit Mai ist Eintrachts Interesse publik, seit Wochen sind sich Klub und Kadlec einig. Der Poker mit Prag, das vier Millionen Ablöse verlangen soll, ist längst eine Posse.

Der Kampf um Vehs Wunschstürmer hält Sportdirektor Bruno Hübner im Stress. Noch immer wurde bei den zähen Verhandlungen kein Durchbruch erzielt.

Friend und Occean waren teure Flops

Kadlec soll eine Trumpfkarte werden. Einen Volltreffer bei der Stürmersuche haben Veh und Hübner seit ihrem Amtsantritt 2011 bislang nicht gelandet. Der tschechische Nationalspieler wäre der achte Angreifer nach Joselu, Lakic, Occean, Kouemaha, Idrissou, Friend und Hoffer.

Da Qualität auch eine Frage des Geldes ist, sind Frankfurts Möglichkeiten begrenzt. Veh: "Bei Kadlec reden wir von drei, vier Millionen. Unser Problem ist, dass wir nicht sagen können, so, jetzt legen wir eine Million drauf."

Teure Flops waren Friend (1,1 Millionen, nun 1860 München) und Occean (1,3 Millionen, jetzt Kaiserslautern), die ausgeliehen sind.

Er schafft es, sich in Deutschland durchzusetzen.

Ex-Bundesliga-Spieler Vratislav Lokvenc über Vaclav Kadlec

Hat Kadlec die Klasse, in der Bundesliga für Furore zu sorgen? Vratislav Lokvenc (39), der 2000 von Sparta Prag den Sprung hierher wagte und in Lautern (36 Tore in 116 Ligaspielen) sowie später beim VfL Bochum (zehn Tore bei 32 Einsätzen) ein gefürchteter Torjäger war, traut seinem Landsmann den Durchbruch zu: "Vaclav ist ein großes Talent, das sich sehr gut entwickelt hat. Er ist schnell, hat eine gute Technik, kann als Rechtsfuß auch mit links schießen. Er schafft es, sich in Deutschland durchzusetzen."

Uli Gerke

FCA kassiert 2,75 Tore, 0,3 Punkte für Veh