Bundesliga

Auch ohne Bartels: Baumann und die "Stehaufmännchen"

Bremen: Skripnik erneut mit "Notelf"

Auch ohne Bartels: Baumann und die "Stehaufmännchen"

Hofft auf eine "Stehaufmännchen-Mentalität" seiner Bremer: Werder-Manager Frank Baumann.

Hofft auf eine "Stehaufmännchen-Mentalität" seiner Bremer: Werder-Manager Frank Baumann. imago

Alle taten sie das Gleiche. In Bremen beschwören sie vor dem heißen Tanz in der englischen Woche, die mit der von der DFL zum Topspiel ausgerufenen Begegnung in Gladbach startet, den Zusammenhalt - auf allen Ebenen.

Geschäftsführer Frank Baumann, der Werder natürlich nicht als Favorit im rheinischen Borussia-Park sieht, appelliert an den Teamgedanken. Aron Johannsson, der Stürmer, der in diesen Zeiten der Personalknappheit immer wichtiger wird, ebenfalls, indem er auf die Geschlossenheit hinweist: "Wir müssen uns gegenseitig unterstützen."

Und der Trainer wählt solche Worte erst recht. Viktor Skripnik, der mit vielen Einzeltraining und einer gezielten Teambuilding-Maßnahme den Mannschaftsgeist zu fördern bezweckte, bescheinigte seinen Schützlingen "einen guten Eindruck" in dieser Trainingswoche. Er sprach ausdrücklich von einer "Notelf", die gegen Augsburg einen „mutigen Auftritt“ hingelegt habe. Ähnliches erwartet sich der 46-Jährige beim Spiel bei den Gladbachern, die zuletzt auch zweimal verloren haben - in Freiburg und bei Manchester City.

Skripnik wird wieder eine "Notelf" aufbieten müssen. Nach dem am Knöchel operierten Luca Caldirola fällt definitiv auch Fin Bartels aus, den Adduktorenbeschwerden plagen. Ob der Außenstürmer auch in der nächsten Woche fehlen wird, ist noch offen.

Gute Nachrichten von Moisander

Doch es gibt auch positive Personalien bei den gebeutelten Hanseaten: Niklas Moisander hat am Mittwoch nach auskurierter Fußverletzung das Übungsprogramm mitmachen können. Problemlos, wie Skripnik verriet. "Ich habe nichts Negatives gehört." Auch Serge Gnabry, der neue Hoffnungsträger in der Offensive, steigt am Donnerstag nach einem Tag Pause im Mannschaftstraining wegen seiner leichten Knieprobleme wieder ein.

Bei Fragen nach der Startelf hüllt sich Skripnik wie immer in Schweigen. Sicher dürfte sein, dass der Finne Moisander für Caldirola spielen wird. Für den Platz von Bartels bewerben sich gleich zwei Akteure: Sambou Yatabaré sowie Florian Kainz, der laut Skripnik die von ihm erhoffte Reaktion gezeigt hat, nachdem er zuletzt nicht zum Kader zählte.

Gute Erinnerungen an Gladbach

Spielbericht, DFB-Pokal, 15.12.2015

Mit gedämpftem Optimismus fahren die Norddeutschen an den Niederrhein. Im vergangenen Jahr hätten sie gezeigt, dass sie solch' gute Mannschaften schlagen können, erinnerte US-Boy Johannsson an die 4:3-Weihnachtsüberraschung im DFB-Pokal. In der Vorbereitung wird Skripnik, so seine Ankündigung, darauf kurz verweisen, indes das Ganze nicht überbewerten. "Neue Saison, neue Geschichte", sagt der Coach, der auch keinen Vorteil sieht durch den verlängerten Manchester-Trip des Rivalen. Diesen Rhythmus seien die Borussen gewohnt. "Zudem sind sie in Form und haben einen breiten Kader."

Viel wird darauf ankommen, ob die Bremer die ihnen nachgesagte Mentalität eines Stehaufmännchens wieder an den Tag legen können - wie beispielsweise nach diversen Rückschlägen in der letzten Spielzeit. Darauf setzt Manager Baumann, für den das aktuelle Tabellenbild nicht schön ist, aber noch keine große Aussagekraft besitzt. Baumann sieht die drei Aufgaben binnen einer Woche mehr als Chance denn als Belastung an: "Wir haben die Möglichkeit, in der englischen Woche einiges geradezurücken."

Hans-Günter Klemm