Bundesliga

Wie der 1. FC Köln Ellyes Skhiri ersetzt

Noch ein Sieg mit Tunesien

Auch gegen Freiburg nicht dabei: Wie Köln Skhiri ersetzt

Duell der Bundesliga-Profis: Ellyes Skhiri (li.) am Sonntag im Zweikampf mit Union-Profi Taiwo Awoniyi.

Duell der Bundesliga-Profis: Ellyes Skhiri (li.) am Sonntag im Zweikampf mit Union-Profi Taiwo Awoniyi. Anadolu Agency via Getty Images

In die Freude für Ellyes Skhiri über den Viertelfinaleinzug Tunesiens beim Afrika-Cup mischt sich in Köln natürlich die Wehmut, noch einige Zeit länger auf einen seiner besten Spieler verzichten zu müssen. Der 1. FC Köln geht ohne den Tunesier - der mit seinem Team Favorit Nigeria mit 1:0 besiegte - in die Vorbereitung auf die letzten Spiele, am Samstag spielt Tunesien gegen Burkina Faso mit Leverkusens Edmond Tapsoba. Ein rundes Dutzend der bisher absolvierten 20 Saisonspiele verpasste Skhiri bereits wegen einer Verletzung und nun der Teilnahme an den Kontinentalmeisterschaften.

Mit dem schlaksigen Sechser fehlt ein eigentlich nicht zu ersetzender Dauerläufer (läuft pro Spiel über 12 Kilometer) und Zweikämpfer (gewinnt fast 70 Prozent seiner Duelle), der in dieser Spielzeit auch offensiv auffällig wurde, drei Treffer erzielte. Wie gut die "Geißböcke" das Fehlen des Schlüsselspielers kompensierten, darf durchaus als Überraschung angesehen werden.

Die Afrika-Cup-Abstellungen der deutschen Vereine

Da ist einmal die Entwicklung von Salih Özcan, der sich auf einem guten Weg vom ewigen Talent zum gestandenen Profi befindet, aktuell als Sechser nicht aus der Startelf wegzudenken ist. Dort kann er alleine spielen oder im Verbund mit einem Kollegen. Das kann Dejan Ljubicic sein, der sich sehr gut eingefunden hat und dank feiner Technik und großem Spielverständnis sehr vielseitig einsetzbar ist. Das kann aber auch Jonas Hector sein. Mehrmals nutzte Trainer Steffen Baumgart zuletzt die Variante mit dem Ex-Nationalspieler auf der Doppel-Sechs, brachte dafür Jannes Horn als Linksverteidiger.

Skhiri ist unverändert ein Verkaufskandidat

Im Klartext bedeutet dies: Der FC kommt auf der aktuellen Entwicklungsstufe zur Not auch ohne Skhiri aus, was insofern eine wichtige Erkenntnis ist, da der Tunesier unverändert als Verkaufskandidat gilt. Er dürfte zur Zeit der einzige Profi sein, der dem Bundesligisten eine Ablösesumme in zweistelliger Millionenhöhe einbringt, ein Verbleib über den Sommer hinaus ist angesichts der finanziellen Schieflage mehr als unwahrscheinlich.

Zunächst hofft man in Köln, dass der Spieler gesund zurückkehrt. Sollte das Viertelfinalspiel am Samstag gewonnen werden, wird Skhiri auf jeden Fall erst nach dem Freiburg-Spiel erwartet. Was die Belastungssteuerung dann an Mannschaftstraining erlaubt, bleibt abzuwarten. Allerdings dürfte es von Vorteil sein, dass der Musterprofi ein Spieler ist, der sich sogar während der Halbzeitpause auf dem Spinning-Rad Bewegung verschafft. Anders kann er einfach nicht. Und wenn es doch nicht geht, sind die anderen ja auch noch da.

Frank Lußem

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