Bundesliga

Auch für Kapitän Widmer gibt’s keine Garantie bei Mainz 05

Svensson genießt den verschärften Konkurrenzkampf

Auch für Kapitän Widmer gibt’s keine Garantie

Lässt er ihn spielen, oder baut er auf einen anderen Profi? Mainz-Trainer Bo Svensson (links) und Kapitän Silvan Widmer.

Lässt er ihn spielen, oder baut er auf einen anderen Profi? Mainz-Trainer Bo Svensson (links) und Kapitän Silvan Widmer. IMAGO/Martin Hoffmann

Für Jonathan Burkardt (Oberschenkelzerrung) kommt das erste Heimspiel der Saison noch zu früh, ebenso wie für Neuzugang Danny da Costa (Rückstand nach Schambeinproblemen). Den U-21-Nationalstürmer erwartet Trainer Bo Svensson jedoch in einer Woche beim FC Augsburg zurück: "Johnny geht es gut, er macht gute Fortschritte." Der Konkurrenzkampf wird sich im Idealfall demnächst also sogar noch weiter verschärfen bei den Rheinhessen. Schon vorm Duell mit Union Berlin am Sonntagnachmittag (Anpfiff 15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) in der MEWA-Arena aber ist er ungewohnt groß: "Es gibt mehr Möglichkeiten für den Trainer", sagt Svensson, "und Spiel für Spiel in diesem Jahr mehr offene Fragen als zuvor".

Svensson über Ingvartsen: "Es ist manchmal hart…"

Garantien spricht der Fußballlehrer ohnehin ungern aus, und das bekommt nun sogar der Kapitän zu spüren: Die Ansage, dass Silvan Widmer nach überstandenem Magen-Darm-Infekt in die Startformation zurückkehrt, kommt Svensson rund 48 Stunden vor Anpfiff jedenfalls nicht über die Lippen: "Wir werden sehen, ob Silvan spielt." Vertreter Edimilson Fernandez habe seine Sache beim Auftaktsieg in Bochum schließlich "sehr, sehr gut gemacht". Die Qual der Wahl genießt Svensson hörbar, von der höheren Leistungsdichte und erweiterten Rotationsmöglichkeiten verspricht sich der Däne unverkennbar bessere Erfolgsaussichten.

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Auch wenn das zu Härtefällen führt, wie zuletzt im Fall Marcus Ingvartsen. Der 26-Jährige ließ im kicker-Interview schon mal wissen, der Bankplatz sei "nicht das, was ich angestrebt habe". Svenssons Reaktion: "Es ist manchmal hart als Offensivspieler. Marcus kann auf allen drei Positionen im Angriff spielen. Aber er ist ein anderer Typ als die anderen Angreifer, und diese Vielfalt von Qualitäten wollen wir auch so. Wer spielt, kommt dann auf die Konstellation an und darauf, wie sich die Spieler ergänzen."

Linksverteidiger Aaron bleibt - als "wichtiger Teil der Mannschaft"

Ingvartsen, präzisiert sein Coach, habe "seine Stärken nicht in den Tiefenläufen, sondern im Kombinationsspiel und in der Box. Er braucht die Flanken, dann hat er einen sehr, sehr guten Torabschluss." Dass in Bochum Youngster Marlon Mustapha (21) als Joker in der Schlussphase den Vorzug erhalten habe, "lag nicht an Marcus oder seinen Trainingsleistungen, sondern eher an Marlons Qualitäten". Für Svensson letztlich business as usual: Dies einem betroffenen Profi zu vermitteln, "gehört für mich als Trainer zum Job, so wie für die Spieler der Konkurrenzkampf. Kein Spieler bewegt sich auf einer Insel und wird alleine für sich bewertet" - sondern naturgemäß immer in Abhängigkeit zu anderen.

Ebenfalls nonchalant kommentiert der Trainer das Treuebekenntnis von Linksverteidiger Aaron für die kommende Saison in der Mainzer AZ: "Gut, dass er es öffentlich gesagt hat. Aber ich war nicht überrascht. Es war immer mein Wunsch, dass er bleibt. Aaron ist ein wichtiger Teil der Mannschaft und wird es bleiben." Jedenfalls bis Sommer 2023, dann läuft der Vertrag des Spaniers nach jetzigem Stand aus.

Thiemo Müller

FE:male #11 - Hans-Joachim Watzke & Svenja Schlenker
05. August 202201:04:31 Stunden

FE:male #11 - Hans-Joachim Watzke & Svenja Schlenker

Wir starten in die neue Saison, und das mit einer überraschenden Folge: wir haben gleich 2 hochinteressante Gäste! In der Zentrale von Borussia Dortmund treffen wir Hans-Joachim Watzke und Svenja Schlenker. Sie ist die Leiterin der Mädchen- und Frauenfußball Abteilung des BVB. Erst vor Kurzem gegründet, wird der Verein mit Bewerbungen von Spielerinnen überhäuft, die gerne das schwarz-gelbe Trikot tragen wollen. Unsere Gäste erzählen, warum sie nicht einfach eine Lizenz für die Bundesliga gekauft haben und die Abteilung organisch wachsen soll. Gemeinsam diskutieren wir über Equal Pay, die Zukunft des Frauenfußballs und mögliche Wachstumspotenziale. Schlenker verrät zudem, warum sie in der vergangenen Saison sogar nochmal selbst aufgelaufen ist. Außerdem spricht der Geschäftsführer des BVB und Aufsichtsratsvorsitzende der DFL über die Konkurrenzfähigkeit der Liga nach den Abgängen von Haaland und Lewandowski, den traurigen Ausfall von Sébastien Haller, und die Neuzugänge für die kommende Saison. Darüber hinaus erklärt Watzke, warum Trainer Edin Terzic ein bisschen geschützt werden muss, warum er vor dem Derby gegen Schalke immer schon Tage vorher einkaufen geht, und ob er damit rechnet, dass die Bayern im Kampf um die Meisterschaft ein bisschen müde werden.

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